Stellantis kämpft sich zurück – und stößt ausgerechnet an der eigenen Modellpalette an Grenzen. Während sich der Konzern nach dem harten Einschnitt des vergangenen Jahres operativ stabilisiert, zieht der europäische Automarkt in eine Richtung, die dem Portfolio des Herstellers nicht entgegenkommt.
Erholung mit Einschränkungen
Der Umsatz wächst wieder, das Nordamerika-Geschäft erholt sich sichtbar, und neue Modelle finden zunehmend Käufer. Von einer normalisierten Ertragslage ist Stellantis damit trotzdem weit entfernt. Europa bleibt der Schwachpunkt im Konzern, während Zölle und hohe Investitionen den finanziellen Spielraum zusätzlich einengen.
Diese Gemengelage erklärt, warum der Markt jede neue Datenreihe zum europäischen Automarkt genau liest. Die jüngsten Zahlen der europäischen Automobilherstellervereinigung liefern kein gutes Signal für Stellantis.
E-Autos laufen, Stellantis bleibt zurück
Die EU-Neuzulassungen legten von Januar bis August um 5,3 Prozent zu, getragen von einem Boom bei elektrifizierten Antrieben. Batterieelektrische Fahrzeuge kamen auf einen Marktanteil von 21,7 Prozent, nach 15,8 Prozent im Vorjahreszeitraum. Frankreich, Deutschland und Dänemark trieben dieses Wachstum an.
Hybride bleiben mit einem Marktanteil von 36,6 Prozent die beliebteste Wahl der europäischen Kundschaft, Plug-in-Hybride kletterten auf 10 Prozent. Benziner und Diesel dagegen büßten deutlich ein: Beide Antriebsarten verzeichneten Rückgänge von jeweils 18,6 Prozent, ihr gemeinsamer Marktanteil fiel von 37,5 auf 29 Prozent.
Genau hier liegt das Problem für Stellantis. Der Konzern hält weiterhin eine starke Gewichtung bei Verbrennermodellen – und verlor an dem Handelstag, an dem die Daten veröffentlicht wurden, 1,4 Prozent an Börsenwert. Der breite Markttrend läuft an einem Teil des Stellantis-Portfolios vorbei, während chinesische Hersteller ihre Präsenz in der EU, Großbritannien und der Europäischen Freihandelsassoziation weiter ausbauen.
Für Stellantis verschärft das die ohnehin angespannte Lage in Europa zusätzlich. Die Erholung in Nordamerika und bei neuen Modellen liefert Substanz, doch der strukturelle Rückstand bei Elektroantrieben bleibt eine offene Baustelle, solange sich die europäische Nachfrage weiter in Richtung Batterie- und Hybridtechnik verschiebt.
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