Am kanadischen Standort Brampton wächst der Druck auf den Autokonzern Stellantis. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat die kanadische Gewerkschaft Unifor eine Urabstimmung über ein Streikmandat für den Zeitraum vom 17. bis 18. Oktober angesetzt.
Die Bekanntgabe der Ergebnisse ist für den 19. Oktober vorgesehen. Hintergrund dieses Schritts sind festgefahrene Tarifverhandlungen über die künftige Ausrichtung des Montagewerks in Brampton sowie weiter reichende Bedenken hinsichtlich der Beschäftigungssicherung.
Eine Autorisierung durch die Gewerkschaftsmitglieder würde noch keinen sofortigen Arbeitskampf auslösen. Sie dient den Arbeitnehmervertretern jedoch als formales Verhandlungsinstrument für die weiteren Gespräche mit dem Management. An den Finanzmärkten hielt sich die Nervosität zunächst in Grenzen: Im gestrigen Handel legte die Stellantis-Aktie um 2,4 Prozent auf 4,10 Euro zu.
Produktionsanstieg in italienischen Werken
Während in Nordamerika arbeitsrechtliche Konflikte drohen, meldet die Fertigung in Europa Zuwächse. In Italien verzeichnete der Konzern in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 einen spürbaren Anstieg des Fertigungsvolumens.
Nach Erhebungen der Gewerkschaft FIM Cisl stellte Stellantis dort im genannten Zeitraum 340.745 Automobile her. Dies entspricht einem Plus von 28 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Für das gesamte Kalenderjahr rechnet die Organisation mit einem Gesamtausstoß von rund 450.000 Fahrzeugen.
Gleichzeitig verfehlen wichtige Einzelmodelle die ursprünglichen Planungen des Herstellers. Dies betrifft insbesondere den Fiat 500 mit Hybridantrieb, für den FIM Cisl eine Jahresproduktion von etwa 60.000 Fahrzeugen prognostiziert. Die Zielsetzung von Stellantis sah für diese Baureihe ursprünglich ein Volumen von 100.000 Einheiten vor.
Stabile Absatzzahlen auf dem US-Markt
Auf dem US-amerikanischen Markt stabilisierte sich das Geschäft des Konzerns zuletzt. Wie das Unternehmen bekannt gab, lieferte Stellantis im dritten Quartal 2026 in den USA insgesamt 324.277 Fahrzeuge aus. Der Absatz lag damit nahezu auf dem Niveau des entsprechenden Vorjahresquartals, in dem 324.825 Einheiten registriert worden waren.
In der Gesamtbetrachtung der ersten neun Monate konnte der Autobauer in den USA zulegen. Die Verkäufe stiegen im Zeitraum von Januar bis September um 3 Prozent auf 958.463 Neufahrzeuge.
Zusätzlich ordnete der Konzern die Vertriebsstrukturen im Bereich der Elektromobilität neu. Seit dem 1. Oktober leitet Luca Parasacco das kommerzielle Geschäft für Free2move eSolutions sowie Free2move Charge in der Region Enlarged Europe.
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