Stellantis muss wegen verzögerter Teilelieferungen erneut die Produktion in Italien unterbrechen. Proteste von Transportunternehmen gegen hohe Dieselpreise treffen das Werk Atessa und verschärfen die Lieferprobleme des Konzerns. Auch in Melfi stehen Bänder still. Für Anleger rückt damit die Frage in den Vordergrund, wie verlässlich Stellantis seine Produktion aufrechterhalten kann. Die Aktie verliert heute -1,6%.
Transportproteste treffen italienische Werke
Nach Angaben von Quattroruote fielen in Atessa gestern und heute mehrere Schichten aus. Das Werk produziert leichte Nutzfahrzeuge. Die Proteste der Spediteure verzögern die Anlieferung von Komponenten und greifen damit unmittelbar in den Fertigungsablauf ein.
Stellantis plant, den Ausfall der gestrigen dritten Schicht nachzuholen. Für die heutigen Unterbrechungen will das Unternehmen Kurzarbeitsunterstützung beantragen. Damit unterscheiden sich die vorgesehenen Maßnahmen: Ein Teil der Produktion soll später stattfinden, während andere Ausfälle zunächst über das italienische Unterstützungssystem abgefedert werden sollen.
In Melfi ist die Produktion wegen fehlender Komponenten heute, morgen und am Montag ausgesetzt. Die Gewerkschaft UGL Metalmeccanici Basilicata äußert sich besorgt über die wiederholten Unterbrechungen. Sie verlangt von Stellantis Klarheit über die Produktionsperspektiven und die weitere Planung. Außerdem fordert sie Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten und der Zulieferer.
Weitere Standorte kämpfen mit Teilemangel
Die italienischen Unterbrechungen stehen nicht allein. Medienberichten zufolge plant Stellantis auch an mehreren französischen Standorten Produktionspausen in der zweiten Oktoberhälfte. Fehlende Batteriekomponenten blockieren dort insbesondere die Fertigung von Elektromodellen.
In Mulhouse und Poissy laufen bereits entsprechende Unterbrechungen. In Rennes sollen sie heute beginnen, in Sochaux morgen. Die französischen Werke zeigen damit ein weiteres Lieferproblem neben den transportbedingten Verzögerungen in Italien. Beide Ursachen sollten nicht gleichgesetzt werden.
Auch im spanischen Vigo sind Einschränkungen vorgesehen. Wegen Teilemangels ist für den 29. und 30. Oktober ein Stopp einer Fertigungslinie geplant. Die SUV-Produktion wurde dort bereits ausgesetzt. Die Meldungen betreffen somit mehrere Länder und unterschiedliche Bereiche der Fertigung.
Quartalszahlen werden zum nächsten Prüfpunkt
Für Anleger ist entscheidend, zwischen verschobener Produktion und nicht nachgeholten Ausfällen zu unterscheiden. Die angekündigte Nacharbeit in Atessa bietet zumindest für einen Teil der betroffenen Schichten eine konkrete Perspektive. Sie ist jedoch keine Zusage, sämtliche Unterbrechungen an allen Standorten auszugleichen.
Den nächsten finanziellen Termin bilden die für den 28. Oktober angekündigten Ergebnisse zum dritten Quartal 2026. Im Mittelpunkt dürfte neben den Geschäftszahlen die Belastbarkeit der Produktionsplanung stehen. Die aktuellen Stillstände machen deutlich: Eine Stabilisierung der Lieferungen bleibt eine wesentliche operative Aufgabe für Stellantis.
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