Stellantis sucht Hilfe aus Fernost, um sein Nutzfahrzeuggeschäft für die Zukunft zu rüsten. Der Autobauer kooperiert mit dem chinesischen Unternehmen UQI Robotics im Bereich autonomer Logistik. Im Zentrum steht „Box-on-Wheels“, ein autonomes Lieferfahrzeug, das erst kürzlich auf der Industriemesse in Hannover vorgestellt wurde.
Fokus auf Europa, Ausblick auf mehr
Die Partner wollen sich zunächst auf den europäischen Markt konzentrieren. Weitere Regionen sollen im Verlauf des Projekts geprüft werden. Neben dem Fahrzeug selbst geht es um automatisierte Lösungen für die letzte Meile in der Logistik – jenen Bereich, in dem laut Stellantis Pro One die Nachfrage professioneller Kunden zunehmend über das reine Fahrzeug hinausgeht.
UQI Robotics ist kein unbeschriebenes Blatt. Das Joint Venture wurde 2020 von Ubtech und Miracle Automation gegründet und hat seither Verträge im Volumen von mehr als 260 Millionen Euro abgeschlossen. Für Stellantis ist die Kooperation ein Baustein auf dem Weg zu einem End-to-End-Logistiksystem, das autonome Fahrzeuge mit humanoiden Robotern verknüpft.
Kursreaktion bleibt verhalten
Die Nachricht sorgte im XETRA-Handel nur für eine leichte Kursbewegung nach oben. An der Mailänder Börse, dem Hauptlistingplatz der Aktie, zeigte sich das Papier am Freitag mit einem deutlicheren Plus von rund 2,7 Prozent auf 4,67 Euro und zählte damit zu den stärkeren Werten im italienischen Leitindex.
Ein Gesamtmarktumfeld mit breiter Kursstärke in Mailand dürfte hier mitgespielt haben – die Robotik-Kooperation allein liefert keine Erklärung für die Größenordnung des Ausschlags.
Für Stellantis ist die Zusammenarbeit strategisch interessant, weil sie zeigt, wie der Konzern sein Nutzfahrzeuggeschäft über den klassischen Fahrzeugverkauf hinaus erweitern will. Ob aus der Kooperation mit UQI Robotics tatsächlich marktreife Produkte für den europäischen Logistiksektor entstehen, hängt von den nächsten Entwicklungsschritten ab, zu denen bislang keine konkreten Zeitpläne vorliegen.
