Im Rahmen einer umfassenden Strategie zur Stärkung der Performance auf dem US-Markt hat der Automobilkonzern Stellantis weitreichende personelle Veränderungen an der Spitze seiner Kernmarken Jeep und Ram vorgenommen. CEO Antonio Filosa setzt dabei auf erfahrene Manager aus dem Automobilsektor, um die Marktanteile in Nordamerika zu stabilisieren und das Wachstum voranzutreiben.
Neue CEOs für die Kernmarken Ram und Jeep
Wie Medienberichte bestätigen, übernahm Matt VanDyke bereits zum 20. Juli die Position des CEO für die Marke Ram. VanDyke verfügt über umfangreiche Branchenerfahrung und war zuvor als CEO von FordDirect sowie als Präsident von Shift Digital tätig. Er folgt in dieser Funktion auf Tim Kuniskis, der bereits seit Juli 2025 die übergeordnete Leitung der amerikanischen Marken (Head of American Brands) innehat.
Die Marke Jeep erhält ebenfalls eine neue Führung: Branden Coté wird das Amt des CEO zum 3. August antreten. Coté war zuletzt als Markenpräsident bei AutoNation tätig und bringt Erfahrungen von Aston Martin mit in den Konzern. Er übernimmt die Position von Bob Broderdorf, der aufgrund einer Krebserkrankung eine medizinische Auszeit nimmt. Laut Berichten von WardsAuto soll Broderdorf nach seiner Genesung in einer neuen, noch nicht näher definierten Rolle zum Unternehmen zurückkehren. Sowohl VanDyke als auch Coté berichten künftig direkt an Tim Kuniskis.
Strategischer Fokus auf Nordamerika und SRT-Comeback
Parallel zu den Personalentscheidungen belebt Stellantis die Hochleistungssparte SRT (Street and Racing Technology) wieder. Die Leitung dieser Division übernimmt ebenfalls Tim Kuniskis, der zusätzlich die neu geschaffene Einheit für amerikanische Marken sowie das Marketing und die Einzelhandelsstrategie in Nordamerika verantwortet. Die SRT-Sparte soll markenübergreifend für Chrysler, Dodge, Jeep und Ram arbeiten und auch die Bereiche Direct Connection sowie den Motorsport koordinieren.
Die Maßnahmen sind Teil einer größeren Investitionsoffensive. Bis zum Jahr 2030 plant Stellantis Investitionen in Höhe von rund 60 Milliarden Euro, um insgesamt 60 neue Modelle auf den Markt zu bringen. Der Schwerpunkt liegt dabei neben den US-Marken Jeep und Ram auch auf den europäischen Volumenmarken Peugeot und Fiat. Ziel ist es, die operative Leistungsfähigkeit in den USA signifikant zu verbessern.
Rückkehr in den Motorsport und Marktumfeld
Ein weiterer Baustein der Markenstrategie ist die Rückkehr von RAM in den aktiven Motorsport. Wie PASMAG berichtet, plant die Marke für Februar 2026 den Wiedereinstieg in die NASCAR Craftsman Truck Series beim Saisonauftakt in Daytona. Es sind mindestens vier Trucks für den Start vorgesehen. Zudem erwägt das Management unter Kuniskis eine mögliche Rückkehr der Marke Dodge in die Cup Series. Im Zuge der „RAM-Demption“-Kampagne wurde zudem bestätigt, dass der 5,7-Liter-HEMI-V8-Motor im RAM 1500 des Modelljahres 2026 zurückkehren wird.
An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage der vergangenen Monate wider. Die Aktie notiert aktuell bei 5,08 Euro und hat seit Jahresanfang rund 46,26 Prozent an Wert verloren. Trotz der jüngsten Managementänderungen bleibt das Papier unter Druck, wenngleich der Kurs derzeit rund 10,56 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 4,59 Euro notiert. Die Investoren blicken nun darauf, ob die neue Führungsriege die ehrgeizigen Ziele für das Jahr 2030 in messbare Erfolge auf dem wichtigen US-Markt ummünzen kann.
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