Auf der einen Seite eine Partnerschaft, die tiefer wird. Auf der anderen Seite Gewerkschafter, die die Abstimmungszettel zücken. Stellantis hat gerade eine Woche, in der sich zeigt, wie viele Baustellen ein Konzern gleichzeitig bewältigen kann.
Opel baut jetzt mit Leapmotor
Die Nachricht, die Stellantis am Freitag verkündete, klingt zunächst nach einer Routinemeldung über Partnerschaften und Produktionsverlagerungen. Ist sie aber nicht. Denn Opel-Chef Florian Huettl bestätigte, dass seine Ingenieure bereits in China mit Leapmotor-Kollegen zusammenarbeiten. Das Ergebnis soll ein mittelgroßer Elektro-SUV werden, der in Zaragoza vom Band läuft und direkt gegen den VW Tiguan und den Hyundai Tucson antritt. Ein Opel, entwickelt mit chinesischem Know-how, gebaut in Spanien. Das ist kein kleiner Schritt.
Dazu kommt die Produktion des Leapmotor B10 im selben Werk. Und für das Werk Villaverde bei Madrid steht ab 2028 möglicherweise eine Eigentumsübertragung an das gemeinsame Joint Venture Leapmotor International an. Stellantis gibt damit einem chinesischen Partner sukzessive mehr Gewicht in der eigenen europäischen Produktionsstruktur.
Gleichzeitig brodelt es in den USA
Während in Spanien Pläne geschmiedet werden, laufen in Michigan die Streikabstimmungen. Die UAW hat Abstimmungen in mehreren US-Werken angestoßen, darunter Sterling Heights, wo rund 6.000 Arbeiter über mögliche Arbeitsniederlegungen abstimmen. Dort entsteht der Ram 1500, eines der profitabelsten Modelle des Konzerns. In Denver stimmten bereits 97 Prozent der Belegschaft für einen Streik, was prompt einen Rechtsstreit mit Stellantis über die Gültigkeit des Verfahrens auslöste.
Hintergrund ist der Vorwurf, Stellantis habe technische Wartungsarbeiten ausgelagert, die vertraglich dem internen Personal vorbehalten sind. Dazu kommt der Streit um das Werk in Belvidere, Illinois, das seit 2023 stillsteht. Eine Wiedereröffnung bis 2027 war vereinbart, die Gewerkschaft sagt, daraus werde nichts vor 2028.
Erholung auf wackligen Beinen
Im ersten Quartal meldete Stellantis ein Umsatzplus von 6 Prozent auf 38,1 Milliarden Euro und eine Rückkehr in die operative Gewinnzone in Nordamerika, getragen vor allem vom Ram. Nur: Die Profitabilität hängt stark an den Produktionsvolumina. Ein Streik in Sterling Heights wäre kein Randproblem, sondern ein Treffer ins Mark der nordamerikanischen Erholung.
Stellantis jongliert also gerade mit zwei sehr unterschiedlichen Geschichten: In Europa baut der Konzern mit chinesischem Partner an der Elektro-Zukunft. In den USA kämpft er mit der Vergangenheit, genauer gesagt mit dem, was 2023 versprochen wurde und 2026 noch immer nicht eingelöst ist.
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