Zwei Regionen, zwei Richtungen: Stellantis hat im dritten Quartal weltweit etwas weniger Fahrzeuge ausgeliefert als vor einem Jahr. Der Rückgang fällt mit einem Prozent gering aus, die Verschiebung dahinter ist aber deutlich. Europa wächst kräftig, Nordamerika schwächelt.
Die Auslieferungen sanken auf geschätzt 1,29 Millionen Einheiten. Der Konzern nannte die Zahlen am Dienstag auf Basis vorläufiger Schätzungen. An der Börse kam das gut an: Die Aktie legte im frühen Handel leicht zu und notierte bei rund 4 Euro.
Europa läuft, Nordamerika pausiert
Im nach Stückzahlen größten Markt Europa stiegen die Auslieferungen um 10 Prozent, ein Plus von 54.000 Fahrzeugen. Getragen wurde das Wachstum von Citroën C3 und C3 Aircross, dem Opel Frontera und dem Fiat Grande Panda. Hinzu kommen der neue Fiat 500 Hybrid, der Jeep Compass und leichte elektrische Nutzfahrzeuge.
Einen Sonderbeitrag lieferte Leapmotor. Die Auslieferungen der chinesischen Partnermarke legten um 34.000 auf rund 44.000 Fahrzeuge zu. Stellantis betreibt mit dem Hersteller ein Gemeinschaftsunternehmen für Vertrieb und Produktion außerhalb Chinas.
In Nordamerika ging es dagegen um 12 Prozent bergab, rund 47.000 Fahrzeuge weniger. Der Konzern verweist auf geplante Produktionsunterbrechungen im Sommer. Sie trafen vor allem Jeep-Modelle wie Grand Cherokee und Compass. Es handelt sich also um einen Effekt der Fertigungsplanung, nicht zwingend um schwächere Endnachfrage.
Schwache Randregionen, neuer Kurs
Im Nahen Osten und in Afrika sanken die Auslieferungen um 21 Prozent. Stellantis nennt regionale Konflikte, schwächere Märkte und die Türkei. Dort bremst der geplante Produktionsstart eines lokalen Kleintransporters die Lieferungen. Asien-Pazifik verlor 6 Prozent, Südamerika stagnierte.
Der Hintergrund ist ernst. Im vergangenen Jahr hatte Stellantis einen Rekordverlust von 22,3 Milliarden Euro verbucht, vor allem wegen hoher Abschreibungen auf eingestellte Plattformen und Modelle. Der US-Markt, das lukrativste Geschäft des Konzerns, geriet durch Überproduktion, Preisverfall und die politische Kehrtwende bei Elektroautos unter Druck.
Konzernchef Antonio Filosa steuert nun um. In den USA setzt er bei großen SUVs und Pickups von Ram und Jeep wieder stärker auf Verbrenner. Die meisten Investitionen fließen künftig in Jeep, Ram, Peugeot und Fiat. Die Europasparte soll insgesamt schrumpfen, die Produktionskapazitäten werden gekürzt. Das starke Europa-Quartal ändert diese Strategie nicht, es verschafft ihr aber etwas Luft.
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