Nach Jahren schwindender Marktanteile will Stellantis in Europa wieder angreifen. Bei einem Galaabend vor dem Pariser Autosalon präsentierte Konzernchef Antonio Filosa sechs von insgesamt neun Konzeptfahrzeugen. Die Botschaft an Kunden, Investoren und Händler: Der Konzern ist zurück im Spiel.
Der Citroën 2 CV als Herzstück
Im Mittelpunkt steht die Neuauflage des 2 CV als Retro-Studie. Sie gibt einen Ausblick auf ein in Europa gebautes Billig-Elektroauto, das 2028 erwartet wird. Der Preis soll bei rund 15.000 Euro liegen. Es wäre das erste Beispiel der neuen „e-car“-Kategorie, mit der die Branche den schrumpfenden Markt für Einstiegsmodelle beleben will.
Gartner-Analyst Pedro Pacheco nennt den 2 CV den vermutlich interessantesten Marktstart des Konzerns. Er sei ein früher Test, ob europäische Hersteller günstige E-Autos ohne Abstriche bei Qualität, Leistung und Sicherheit bauen können.
Daneben zeigte Stellantis Studien von Alfa Romeo, DS, Fiat, Opel und Peugeot. Der Opel STX deutet das künftige Kombi-Design an, der Peugeot RCZ Vision setzt auf Elektro-Performance mit Steer-by-wire. Auf dem Salon selbst sind mehr als 60 Fahrzeuge und sechs Premieren geplant. Dazu zählen unter anderem der Opel Corsa GSE und Modelle des chinesischen Partners Leapmotor.
Anleger wollen Belege
Der Auftritt kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Nach zwei Jahren sinkender Marktanteile und Profitabilität in Nordamerika und Europa wollen Investoren sehen, dass Filosas Plan greift.
Im Mai hatte er bis 2030 zahlreiche neue Modelle, Kostensenkungen und engere Kooperationen mit chinesischen Partnern versprochen. Europa-Chef Emanuele Cappellano stellte mehr als 50 Produkteinführungen bis 2030 in Aussicht und will die Marktabdeckung in der erweiterten Region um 25 Prozent ausbauen.
Die Skepsis bleibt allerdings. Die Aktie fiel in Europa zuletzt auf 3,81 Euro, den tiefsten Stand seit der Konzerngründung 2021. Bernstein stufte den Titel im August auf „Underperform“ ab. Die Analysten argumentieren, die jüngsten Absatzzuwächse beruhten eher auf höheren Auslieferungen an Händler zum Wiederaufbau der Lagerbestände als auf stärkerer Kundennachfrage.
Branchenbeobachter Felipe Munoz sieht den Konzern unter Druck. Er benötige eine wettbewerbsfähigere Palette an Elektromodellen, um der raschen Expansion chinesischer Hersteller zu begegnen. Stellantis müsse zeigen, dass er in Europa weiter relevant sei.
An der New Yorker Börse schlossen die Papiere am Freitag 0,88 Prozent tiefer bei 4,48 Dollar. Der Salon läuft vom 12. bis 18. Oktober. Dann zeigt sich, wie Publikum und Händler auf die Premieren reagieren.
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