Stellantis-Aktie: Anleger müssen sich auf harte Zeiten einstellen!

Der Autokonzern Stellantis meldet einen Nettoverlust von 22,3 Milliarden Euro, streicht die Dividende und kehrt strategisch zu Verbrennern zurück, während rechtliche Prüfungen in den USA laufen.

Auf einen Blick:
  • Historischer Verlust von 22,3 Milliarden Euro für 2025
  • Dividendenausschüttung für 2026 komplett gestrichen
  • Strategische Rückkehr zu Verbrennern und Hybriden
  • Rechtliche Prüfung wegen E-Auto-Aussagen in den USA

Stellantis kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig: Ein gigantischer Milliardenverlust, rechtlicher Ärger in den USA und eine radikale strategische Kehrtwende setzen dem Autogiganten zu. Nachdem die ursprüngliche Elektro-Strategie die Erwartungen massiv verfehlte, zieht das Management nun die Notbremse. Anleger müssen sich auf harte Zeiten einstellen, während der Konzern versucht, sein Fundament neu zu gießen.

Die US-Kanzlei Levi & Korsinsky prüft derzeit, ob Stellantis Anleger über den Fortschritt seiner E-Auto-Pläne getäuscht hat. Im Kern geht es um die Frage, ob öffentliche Aussagen mit internen Daten übereinstimmten, bevor das Unternehmen im Februar einen massiven finanziellen Offenbarungseid leisten musste. Das Ergebnis war ein historischer Kurssturz von 28 Prozent an einem einzigen Tag.

Dividenden-Stopp und Schuldenaufnahme

Um die Liquidität zu sichern, hat der Vorstand die Dividende für 2026 gestrichen und die Ausgabe von Hybridanleihen im Wert von bis zu 5 Milliarden Euro genehmigt. Der Nettoverlust für das Jahr 2025 beläuft sich auf 22,3 Milliarden Euro, was vor allem auf enorme Einmalkosten für den Konzernumbau zurückzuführen ist. Auch die Belegschaft spürt die Krise: Erstmals seit 15 Jahren fällt die Erfolgsbeteiligung für die US-Gewerkschaft UAW komplett aus.

Die Aktie spiegelt den Ernst der Lage wider: Mit einem Schlusskurs von 6,18 Euro am Freitag notiert das Papier fast 48 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch und nur hauchdünn über dem Jahrestief.

Stellantis N.V. Aktie Chart

Rückkehr zum Verbrenner

In Nordamerika reagiert Stellantis auf die schleppende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und rückt Verbrennungsmotoren sowie Hybridmodelle wieder stärker in den Fokus. Parallel dazu soll eine Qualitätsoffensive das angekratzte Image reparieren. CEO Antonio Filosa hat über 2.000 Ingenieure eingestellt, um Softwarefehler und Sicherheitsmängel in den Griff zu bekommen, die infolge früherer Sparmaßnahmen entstanden waren. Kann die Rückkehr zu alten Stärken den Konzern retten?

Zusätzlich belasten strenge Emissionsvorgaben in Europa das Geschäft. Das Management warnt davor, dass Hersteller derzeit gezwungen seien, E-Autos mit Verlust zu verkaufen, um Quoten zu erfüllen – eine Situation, die vor allem chinesischen Importeuren in die Karten spiele. In Großbritannien droht Stellantis sogar mit einer Verkleinerung des Händlernetzwerks, sollten die regulatorischen Hürden nicht gesenkt werden.

Der Fokus liegt nun auf der strukturellen Umsetzung durch Qualitätschef Sebastien Jacquet, während die Neuausrichtung des US-Portfolios auf Verbrenner- und Hybridmodelle kurzfristig den Absatz stabilisieren soll.

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