Stellantis unterbricht die Produktion in Frankreich und Argentinien – allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Während in französischen Werken bestimmte Batterien für gefragte Elektroauto-Versionen fehlen, belastet in Argentinien die schwächere Nachfrage nach Pick-ups die Fertigung.
Für Anleger ist diese Unterscheidung entscheidend: Lieferengpässe und Absatzprobleme verlangen unterschiedliche Lösungen. Dauerhafte Werksschließungen bedeuten die angekündigten Pausen nicht.
Batterieengpässe bremsen französische Werke
Laut Reuters ruht die Fertigung in Sochaux seit Freitag und in Rennes seit Donnerstag zeitweise. Beide Unterbrechungen sollen bis zum 30. Oktober dauern. Betroffen sind unter anderem Peugeot 3008 und 5008 sowie der Citroën C5 Aircross, allerdings nicht zwingend sämtliche Versionen.
Der Engpass betrifft bestimmte Batterien für Elektroautos mit größerer Reichweite. Die Nachfrage nach diesen Varianten übersteigt das Angebot entsprechender Akkus. Damit liegt die Ursache hier gerade nicht in fehlendem Kundeninteresse: Stellantis kann die Nachfrage wegen begrenzter Komponentenverfügbarkeit nicht vollständig bedienen.
Auch in Mulhouse ist eine Produktionspause bis zum 30. Oktober vorgesehen. Sie begann am 15. Oktober und hat andere Gründe. Die französischen Unterbrechungen hatte Stellantis bereits Ende September angekündigt; sie sind keine neu beschlossenen dauerhaften Werksschließungen.
ACC-Ausbau löst das Problem nicht sofort
Der Batteriehersteller ACC meldete beim Pariser Autosalon Fortschritte beim Hochlauf seiner Fabrik Billy-Berclau/Douvrin. Seit Januar habe sich die Produktionsrate verfünffacht. Im September entsprach sie Batterien für rund 5.000 Fahrzeuge monatlich.
Der Ausbau und die Unterbrechungen bei Stellantis zeigen zugleich, dass steigende Batterieproduktion allein noch keine reibungslose Fahrzeugfertigung garantiert. Entscheidend ist die Verfügbarkeit der jeweils benötigten Akkus. Gerade die reichweitenstarken Varianten bleiben deshalb ein wichtiger Prüfstein für die Lieferfähigkeit.
ACC strebt für 2027 Batterien für rund 10.000 Fahrzeuge pro Monat an. Ein weiterer Produktionsblock in Douvrin soll etwa Mitte 2027 in Serie gehen. Das sind Ausbauziele, keine bereits verfügbare Entlastung für die laufenden Produktionspausen.
In Argentinien fehlt die Nachfrage
Im Werk Ferreyra in Córdoba setzt Stellantis die Produktion der Pick-ups Fiat Titano und RAM Dakota wegen rückläufiger lokaler und regionaler Nachfrage für sieben Wochen aus. Schwächere Exporte tragen dazu bei, besonders nach Brasilien als wichtigstem regionalen Zielmarkt.
Die Titano-Fertigung steht seit Anfang Oktober still. Für die RAM Dakota soll die Pause im Dezember beginnen. Die Rückkehr der Beschäftigten ist für die zweite Januarhälfte 2027 vorgesehen. Stellantis weist Pläne für eine Werksschließung oder Desinvestitionen in Argentinien zurück.
Die Fertigung des Fiat Cronos läuft dagegen im üblichen Umfang weiter, abgesehen vom geplanten Sommerurlaub. Damit bleibt der Eingriff auf bestimmte Baureihen begrenzt. Für Anleger ergeben sich zwei konkrete Prüfsteine: In Frankreich muss die Batterieversorgung zuverlässiger werden; in Argentinien braucht die Pick-up-Produktion wieder genügend Nachfrage.
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