Die Gerüchte hielten sich hartnäckig: Verkauft Stellantis seine Luxusmarke Maserati? Jetzt ist die Sache vom Tisch. Konzernchef Antonio Filosa hat vor dem italienischen Parlament klargestellt, dass ein Verkauf nicht infrage kommt. Stattdessen verhandelt der Autobauer mit zwei potenziellen Partnern, um Maserati wieder auf die Beine zu helfen.
Die Notwendigkeit dafür ist offensichtlich. 2025 schrieb die Traditionsmarke einen operativen Verlust von 198 Millionen Euro. Ausgeliefert wurden weniger als 8.000 Fahrzeuge. Die Kosten für eigenständige Entwicklungen seien für eine Marke dieser Größenordnung nicht mehr tragbar, so Filosa. Stellantis plant daher ein Kooperationsmodell ähnlich der Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Leapmotor, an dem der Konzern 51 Prozent hält.
Partnersuche und Modelloffensive
Wer die künftigen Entwicklungspartner werden, ist noch offen. Branchenkreise nennen Huawei und JAC als mögliche Kandidaten. Einen offiziellen Strategie-Update soll es im Dezember auf einem Kapitalmarkttag geben.
Bis dahin arbeitet Maserati bereits an der Modellpflege. Die Baureihen GranTurismo, GranCabrio und Grecale erhalten verbesserte Elektro-Reichweiten und überarbeitete Antriebe. Vor 2030 sollen zwei neue Luxusfahrzeuge auf den Markt kommen, eine neue Grecale-Variante ist für 2027 geplant. Management und Analysten betonen: Ziel ist eine Stärkung des Luxus-Anspruchs, nicht reines Mengenwachstum.
Nutzfahrzeug-Offensive läuft
Parallel dazu treibt Stellantis das Geschäft mit Transportern voran. Die Pro-One-Sparte hat diese Woche eine neue „Smart Compact Van“-Serie vorgestellt. Citroën, Fiat, Opel und Peugeot bringen jeweils eigene Versionen. Die neue Baureihe soll günstiger sein als das bisherige Angebot. Bestellungen sind ab September möglich, die Auslieferung startet im November. Ziel: den bereits hohen Marktanteil von 48,2 Prozent im europäischen Kompaktvan-Segment weiter zu verteidigen.
Kurs im freien Fall
Die Aktie von Stellantis notiert bei 5,55 Euro. Das entspricht einem Minus von über 43 Prozent seit Jahresanfang. Der Kurs liegt knapp 29 Prozent unter der 200-Tage-Linie. Der RSI von 33,4 Punkten signalisiert: Die Aktie nähert sich dem überverkauften Bereich.
Für 2026 ist das ein prekärer Zustand. Der Konzern stemmt sich mit seinem „FASTLANE 2030″-Plan dagegen: 60 Milliarden Euro Investitionen über fünf Jahre, über 60 neue oder überarbeitete Modelle. Ob das reicht, um die breite Modellpalette zu finanzieren und Maserati wieder in die Gewinnzone zu führen, wird sich im Dezember zeigen.
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