Stellantis stemmt sich gegen den freien Fall. Nach dem Sturz auf ein neues Jahrestief am Donnerstag erholt sich die Aktie zum Wochenausklang moderat. Anleger schwanken zwischen langfristigen Milliarden-Versprechen und akuten Problemen in der Fertigung.
Kurs erholt sich von Jahrestief
Die Aktie legte am Freitag um 3,80 Prozent auf 4,86 Euro zu. Damit distanziert sich das Papier vorerst von seinem 52-Wochen-Tief bei 4,59 Euro. Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf rund 35 Milliarden Euro. Trotz der Erholung bleibt die Bilanz düster: Seit Jahresbeginn verlor der Autogigant die Hälfte seines Börsenwerts.
Mit dem Strategieplan „FaSTLAne 2030“ will der Konzern das Ruder herumreißen. Bis Ende des Jahrzehnts sollen 60 Milliarden Euro in Wachstum und Rendite fließen. Davon entfallen allein 24 Milliarden Euro auf neue Plattformen und Antriebstechnologien.
Stellantis setzt dabei auf seine Kernmarken wie Jeep, Ram und Peugeot. Bis 2030 plant der Vorstand die Einführung von mehr als 60 neuen Modellen. Knapp die Hälfte davon entfällt auf reine Elektrofahrzeuge. Damit reagiert die Gruppe auf den Wandel im globalen Automobilmarkt.
Produktionsstopp in Italien
In der Gegenwart bremsen operative Mängel das Tempo. Im Turiner Werk Mirafiori ruht die Produktion des Fiat 500 länger als geplant. Engpässe bei Motoren und Sensoren zwingen das Unternehmen zu einem einwöchigen Stillstand vom 27. bis zum 31. Juli. Diese Pause schließt direkt an die regulären Werksferien im August an.
Zulieferer kommen bei der Produktion des hybridisierten Fiat 500 offenbar nicht hinterher. Gewerkschaften sorgen sich bereits um die tatsächliche Nachfrage nach dem Modell. Das Management reduzierte die tägliche Fertigungsrate bereits von 430 auf 400 Fahrzeuge.
Das Misstrauen der Finanzwelt spiegelt sich in jüngsten Korrekturen wider:
* JPMorgan senkte das Kursziel auf 6,00 Euro.
* Banca Akros sieht den fairen Wert bei 5,50 Euro.
* Kepler Capital Markets stufte auf „Hold“ herab.
* Citigroup bestätigte die Einstufung „Neutral“.
Die technische Lage bleibt trotz des aktuellen Plus angespannt. Der Kurs notiert mit 4,86 Euro weit unter der 200-Tage-Linie von 7,53 Euro. Marktteilnehmer warten nun darauf, ob die Investitionsoffensive die Produktionslücken im zweiten Halbjahr schließen kann.
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