Starbucks-Aktie: Upgrade mit schlechtem Gewissen!

Jefferies hebt Starbucks von Underperform auf Hold, kritisiert aber weiterhin die hohe Bewertung. Der Franchising-Deal in China reduziert das Risiko, doch das Wachstum bleibt verhalten.

Auf einen Blick:
  • Jefferies stuft Starbucks von Underperform auf Hold hoch
  • Kursziel auf 92 Dollar angehoben, aber 5% unter aktuellem Kurs
  • China-Geschäft seit April franchisiert, weniger Auslandsrisiko
  • Analyst sieht Aktie mit ungerechtfertigtem Premium gegenüber Peers

Ein Upgrade, das kein wirkliches ist. Jefferies-Analyst Andy Barish hat Starbucks von Underperform auf Hold hochgestuft, das Kursziel von 86 auf 92 Dollar angehoben, und trotzdem liegt dieses neue Ziel noch 5 Prozent unter dem Kurs, zu dem die Aktie zuletzt gehandelt wurde. Herzlichen Glückwunsch.

China weg, Problem weg?

Der eigentliche Auslöser für das Upgrade ist der Abschluss der China-Transaktion vom 2. April. Starbucks hat sein China-Geschäft franchisiert und damit einen erheblichen Teil des internationalen Risikos aus der Bilanz ausgelagert. Barish rechnet vor: Vor dem Deal standen rund 33 Prozent der globalen Systemumsätze, 27 Prozent der Erlöse und 25 Prozent des operativen Gewinns im Ausland. Damit ist Starbucks nun das Unternehmen mit der geringsten internationalen Abhängigkeit unter vergleichbaren Ketten wie McDonald’s, Yum! Brands, Restaurant Brands oder Domino’s Pizza. Weniger Exposure, mehr Planbarkeit, so die Logik.

Dazu kommt ein US-Geschäft, das sich nach 18 turbulenten Monaten zumindest stabilisiert hat. Seit Brian Niccol als CEO übernommen hat, gab es viel Optimismus, viel Erwartung. Barish sieht das inzwischen nüchterner: Die Erwartungen seien nun endlich auf einem realistischeren Niveau angekommen.

Wachstum? Eher bescheiden.

Barish modelliert für das Geschäftsjahr 2026 ein globales Nettowachstum von 1,5 Prozent, für 2027 dann 1,8 Prozent. Starbucks selbst peilt rund 2.000 neue Standorte bis 2028 an, davon 1.500 international. Das ergibt laut Barish jährliches Einheitswachstum von 6 bis 7 Prozent, das US-Geschäft soll wieder auf rund 2 Prozent kommen. Solide, aber eben nicht aufregend.

Und genau da liegt das Problem, das Barish selbst benennt: Die Sichtbarkeit auf eine wirklich beschleunigte globale Expansion in den Folgejahren sei „eher gering“. Der Konsens der von FactSet befragten Analysten liegt im Schnitt bei einem Kursziel von 100,16 Dollar, also deutlich über Barish. Hold ist demnach noch das freundlichste Wort, das er für die Aktie findet.

Starbucks Corporation Aktie Chart

Premium ohne Rechtfertigung

Was Barish am deutlichsten stört: Starbucks wird mit einem „ungerechtfertigten großen Aufschlag“ gegenüber seinen asset-leichten, global aufgestellten Peers bewertet. Das ist kein kleiner Vorbehalt am Rande, das ist der Kern seiner Skepsis. Ein Upgrade von Underperform auf Hold bedeutet in der Praxis: Ich verkaufe nicht mehr aktiv die Idee, die Aktie zu meiden. Kaufen? Davon ist Barish weit entfernt.

Das Kursziel von 92 Dollar liegt unter dem aktuellen Kurs. Das sagt eigentlich alles.

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