Standard Lithium hat gestern die Ergebnisse der vorläufigen Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) für das Franklin-Projekt im Osten von Texas vorgelegt. Die Daten konkretisieren die Pläne für eine großflächige Lithiumgewinnung aus Sole-Vorkommen in den USA. Damit erreicht das Unternehmen einen wichtigen Meilenstein in der Erschließung des Smackover-Trends, sieht sich jedoch gleichzeitig mit erheblichen Investitionshürden konfrontiert.
Produktion auf hohem industriellem Niveau
Die veröffentlichte Studie sieht für das Projekt in Texas eine durchschnittliche Jahresproduktion von rund 65.000 Tonnen Lithiumcarbonat vor. Einzelne Berichte beziffern die mögliche Kapazität in Spitzenzeiten sogar auf bis zu 70.000 Tonnen pro Jahr. Die geplante Betriebsdauer der Anlage ist auf einen Zeitraum von 20 Jahren ausgelegt, womit das Vorhaben zu den bedeutendsten Lithium-Projekten in Nordamerika zählen würde.
Das Franklin-Projekt ist Teil der Strategie, die heimische Versorgungskette für Batterierohstoffe zu stärken. Die nun vorliegenden Kennzahlen bauen auf einem Ressourcenbericht auf, den das Unternehmen vor rund einem Monat veröffentlicht hatte. Während die technische Machbarkeit durch die Studie untermauert wird, bleibt die Umsetzung aufgrund der Größenordnung des Vorhabens anspruchsvoll.
Hohe Investitionskosten und strategische Partner
Ein zentraler Aspekt der Wirtschaftlichkeitsstudie sind die geschätzten Kapitalkosten. Die initialen Aufwendungen für den Aufbau der Förder- und Verarbeitungsstruktur werden auf etwa 3,5 Milliarden US-Dollar taxiert. Trotz dieser hohen Summe weist die Kalkulation einen internen Zinsfuß (IRR) von 24 Prozent aus, was die ökonomische Attraktivität des Standorts unterstreicht.
Bei der Entwicklung des Projekts arbeitet Standard Lithium mit dem Partner Equinor zusammen. Laut Medienberichten ist das Engagement Teil einer breiteren Lithium-Offensive des Energiekonzerns.
Für Standard Lithium bietet die Kooperation eine wichtige Basis, um den massiven Finanzierungsbedarf für das Franklin-Projekt sowie die notwendige Infrastruktur im texanischen Smackover-Gebiet bewältigen zu können. Bereits vor gut einer Woche wurde ein Abnahmeabkommen mit LG Energy Solution bekannt, das die zukünftige Vermarktung der Produktion stützen soll.
Marktlage und Ausblick für Anleger
An den Börsen wurde die Nachricht mit einer moderaten Kursbewegung quittiert. Die Aktie notiert heute bei 2,02 Euro. Im bisherigen Jahresverlauf steht das Papier jedoch unter Druck und verzeichnet ein Minus von 49 Prozent. Dieser Rückgang spiegelt die allgemeine Volatilität im Sektor der Batterierohstoffe wider, der zuletzt von schwankenden Lithiumpreisen geprägt war.
Trotz der positiven Projektdaten bleibt der Abstand zum gleitenden Durchschnitt der letzten Monate beträchtlich. So notiert der Kurs aktuell etwa 36 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt.
Für Investoren rückt nun die Frage in den Vordergrund, wie das Unternehmen die Milliardensummen für den Bau der Anlagen aufbringen wird. Weitere Schritte im Genehmigungsverfahren sowie Fortschritte bei der technischen Umsetzung der Extraktionsverfahren dürften den Nachrichtenfluss der kommenden Monate bestimmen.
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