Standard Lithium Aktie: 155 mAh/g im LFP-Test

Standard Lithiums Lithiumcarbonat besteht Batterietest und erfüllt LFP-Anforderungen. Der nächste Schritt ist die finale Investitionsentscheidung für das Großprojekt.

Auf einen Blick:
  • Batterietest mit Nano One erfolgreich
  • LFP-Kathodenmaterial aus Arkansas hergestellt
  • Investitionsentscheidung für SWA-Projekt steht aus
  • Aktie fällt trotz positiver Nachrichten

Das kanadische Bergbauunternehmen Standard Lithium hat heute einen entscheidenden Fortschritt bei der Qualifizierung seines Lithiumcarbonats für die Batterieproduktion gemeldet.

In Zusammenarbeit mit dem Technologiepartner Nano One Materials gelang es, batteriefähiges Material aus dem Projekt South West Arkansas (SWA) erfolgreich in Kathodenmaterial für Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) umzuwandeln. Die Testergebnisse bestätigen, dass das Lithium aus der Smackover-Formation die hohen Anforderungen der Industrie erfüllt.

Erfolgreiche Validierung der Produktqualität

Im Rahmen der Testreihen verarbeitete Nano One rund ein Kilogramm Lithiumcarbonat von Standard Lithium mithilfe des sogenannten One-Pot-Verfahrens. Dieses Verfahren zielt darauf ab, die Produktionsschritte zu reduzieren und dadurch Kosten sowie Umweltbelastungen zu senken. Die hergestellten Knopfzellen erreichten bei der ersten Entladung eine Kapazität von etwa 155 mAh/g und erfüllten damit sämtliche Zielparameter für LFP-Kathodenmaterial.

Diese Vorqualifizierung ist für das Unternehmen von strategischer Bedeutung. Laut Nano One kann eine frühzeitige Bestätigung der Materialqualität die Entwicklungszyklen für künftige Lieferverträge um bis zu ein Jahr verkürzen.

Das Projekt South West Arkansas, das im Rahmen eines Joint Ventures mit dem Energiekonzern Equinor entwickelt wird, ist auf eine jährliche Produktionskapazität von 22.500 Tonnen Lithiumcarbonat ausgelegt. Eine wichtige Hürde wurde bereits im Mai 2026 mit dem Erhalt der Bundesgenehmigung genommen.

Wachsender Bedarf an LFP-Technologie

Die positiven Testergebnisse fallen in eine Phase, in der die LFP-Chemie weltweit massiv an Bedeutung gewinnt. Analysten von Benchmark Mineral Intelligence zufolge ist der Anteil von LFP am globalen Markt für Lithium-Batterien von 20 % im Jahr 2020 auf aktuell 61 % gestiegen.

Besonders im Bereich der stationären Energiespeicherung dominiert die Technologie: Die Internationale Energieagentur (IEA) gibt an, dass LFP im vergangenen Jahr mehr als 90 % dieses Marktes abdeckte.

Große Automobilhersteller sichern sich derzeit verstärkt Kapazitäten außerhalb Chinas, wo derzeit noch 98 % der weltweiten LFP-Kathoden gefertigt werden.

Laut Reuters hat Tesla im März 2026 rund 4,3 Milliarden US-Dollar investiert, um sich LFP-Batteriezellen von LG Energy Solution aus einer künftigen Produktion in Michigan zu sichern. Standard Lithium positioniert sich mit seinem Standort in Arkansas als potenzieller Lieferant für diese entstehende nordamerikanische Lieferkette.

Projektfortschritt und Marktreaktion

Das Management von Standard Lithium bereitet derzeit die finale Investitionsentscheidung (FID) für das SWA-Projekt vor. Während die technischen Validierungen planmäßig verlaufen, bleibt die Lage am Kapitalmarkt für Lithium-Entwickler angespannt.

Die Aktie notiert heute bei 1,94 € und verzeichnet damit einen Tagesverlust von 7,1 %. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus beim Kurs bereits auf 51 %, was den allgemeinen Abwärtstrend im Sektor widerspiegelt.

Trotz der kurzfristigen Kursverluste treibt die Partnerschaft mit Nano One die Skalierung voran. Nano One meldete zeitgleich, dass die technische Planung für die Erweiterung der Anlage in Candiac auf rund 800 Tonnen pro Jahr zu 85 % abgeschlossen ist.

Die Inbetriebnahme dieser Demonstrationslinie ist für die erste Hälfte des Jahres 2027 geplant. Für Standard Lithium bietet dies die Möglichkeit, zeitnah größere Mengen seines Materials unter industrienahen Bedingungen zu testen und die Kommerzialisierung der Smackover-Ressourcen zu beschleunigen.

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