Mit dem Abschluss wichtiger Lieferverträge und der Übergabe neuer Zuggarnituren setzt Stadler Rail seine operative Serie fort. Gestern lieferte der Schweizer Schienenfahrzeughersteller sechs vollelektrische FLIRT-Züge für das italienische Aostatal aus. Die neuen Einheiten wurden am Bahnhof Torino Porta Nuova der Öffentlichkeit vorgestellt.
Neben dem Rollmaterial selbst sichert sich das Unternehmen zusätzliche Wertschöpfung: Gemeinsam mit Trenitalia übernimmt Stadler die Wartung der Flotte über einen Zeitraum von fünf Jahren. Medienberichten zufolge soll der Einsatz auf der Verbindung zwischen Turin und Aosta künftig mehr als 500.000 Liter Diesel pro Jahr einsparen.
An der Börse notierte das Papier am gestrigen Mittwoch zum Handelsschluss bei 32,36 Euro, was einem leichten Tagesrückgang von 1,3 Prozent entsprach. Übergeordnet blickt der Titel dennoch auf einen starken Lauf zurück: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Kursplus von 49 Prozent.
Taktung bei internationalen Großprojekten
Die jüngste Auslieferung in Italien reiht sich in eine dichte Folge termingerechter Übergaben ein. Am vergangenen Freitag schloss Stadler Rail den Auftrag über 60 Doppelstockzüge des Typs RABe 512 für die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) ab. Der letzte Interregio-Triebzug dieser Serie ging planmäßig an die Bahngesellschaft über. Damit beweist das Unternehmen Verlässlichkeit bei komplexen Serienfertigungen auf dem Schweizer Heimatmarkt.
Parallel treibt der Konzern alternative Antriebe im internationalen Geschäft voran. Am Montag stellten Stadler und die Nahverkehrsgesellschaft Metra auf der Branchenmesse APTA EXPO den ersten batterieelektrischen FLIRT für den US-Markt vor. Metra hat insgesamt acht dieser Triebzüge geordert, um den Vorortverkehr rund um Chicago schrittweise zu dekarbonisieren.
Innovationen und anstehender Führungswechsel
Auch bei Nischenanwendungen und regionalen Spezialaufträgen füllt sich das Auftragsbuch. Zu Monatsbeginn bestellte die MVR AG zwei Hybrid-Zahnradlokomotiven des Typs Hem 4/4, die ab 2029 für den Infrastrukturunterhalt auf der Strecke zwischen Montreux und Rochers-de-Naye zum Einsatz kommen sollen.
Zudem fertigt Stadler 21 Schmalspur-Wasserstoffzüge für die süditalienischen Betreiber ARST, FdC und FCE, nachdem das Fahrzeugkonzept Ende September präsentiert worden war.
Zugleich bereitet der Bahntechnikkonzern die künftige Führungsstruktur vor. Philipp Brunner wird mit Wirkung zum 1. Januar 2027 die Position des Group CEO übernehmen und damit die Nachfolge von Markus Bernsteiner antreten.
Neben der Kontinuität an der Spitze arbeitet das Unternehmen an künftigen Technologiestandards, darunter an Automatisierungslösungen für Betriebshöfe in Kooperation mit den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) und der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG). Stadler festigt so seine strategische Aufstellung über den klassischen Fahrzeugbau hinaus.
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