Stadler Rail hat am Freitag eine neue Teststrecke in Betrieb genommen und damit zusätzliche Infrastruktur für die Erprobung von Wasserstoffzügen geschaffen. Für Anleger steht dabei die Vorbereitung auf Fahrzeugprojekte in Italien im Vordergrund. Der Schritt ergänzt eine Nachrichtenlage mit einem Folgeauftrag aus Saudi-Arabien, aber auch einem Rückschlag bei einer tschechischen Ausschreibung.
Testbetrieb für italienische Projekte
Die Strecke zwischen Hemishofen und Ramsen ist knapp vier Kilometer lang und besitzt eine Spurweite von 950 Millimetern. Medienberichten zufolge wird dort als erstes Fahrzeug ein Wasserstoffzug für Sardinien erprobt.
Damit steht nicht die Bestellung neuer Fahrzeuge im Mittelpunkt, sondern deren technische Erprobung. Die Inbetriebnahme der Strecke ist bereits erfolgt; das vorgesehene Testprogramm reicht dagegen über diesen einzelnen Schritt hinaus.
In den kommenden drei Jahren sollen insgesamt 21 Wasserstoffzüge für Sardinien, Kalabrien und Sizilien auf der Strecke getestet werden. Die Anlage ist damit für mehrere italienische Projekte vorgesehen und nicht allein für das zuerst eingesetzte Fahrzeug.
Für die Einordnung ist diese Unterscheidung wichtig: Der Beginn der Erprobung ist ein konkreter Fortschritt. Er bedeutet jedoch nicht, dass das gesamte geplante Testprogramm bereits abgeschlossen wäre.
Folgeauftrag erweitert auch die Wartung
Einen direkten Auftragserfolg meldete Stadler am 13. Oktober. Saudi Arabia Railways, kurz SAR, übte eine Option aus dem Vertrag von 2024 aus. Die Bestellung umfasst zehn zusätzliche Intercity-Züge im Wert von über CHF 300 Mio.
Der Folgeauftrag verbindet die Fahrzeuglieferung mit einem erweiterten Wartungsumfang. Der bestehende Wartungsvertrag wird auf die zusätzlichen Fahrzeuge ausgedehnt. Damit betrifft die Option nicht nur den Bau weiterer Züge, sondern auch deren spätere Betreuung.
Die geplante SAR-Flotte wächst durch die Bestellung auf 20 Züge. Anders als die Teststrecke steht diese Nachricht somit unmittelbar für zusätzlich bestellte Fahrzeuge.
Rückschlag bei tschechischer Ausschreibung
Auf der anderen Seite wies das tschechische Kartellamt am Donnerstag Stadlers Beschwerde gegen eine Vergabe der Ceske drahy zurück. Den Zuschlag hatte die Skoda Group erhalten.
Die Ausschreibung umfasst bis zu 133 Regionalzüge. Medienberichten zufolge beträgt der Auftragswert rund 84 Mrd. CZK. Die Zurückweisung ist damit ein Rückschlag für Stadlers Vorgehen gegen die Vergabe eines umfangreichen Projekts.
Die Meldungen betreffen unterschiedliche Ebenen des Geschäfts: Erprobung, zusätzliche Bestellungen und Wettbewerb um neue Aufträge. Die neue Teststrecke stärkt die Infrastruktur für die italienischen Wasserstoffprojekte. Ein zusätzlicher Auftragseingang lässt sich daraus jedoch nicht ableiten; dafür steht in dieser Nachrichtenfolge die ausgeübte SAR-Option.
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