Der Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail stellt die Weichen für die künftige Führung des Unternehmens. Der Verwaltungsrat berief heute Philipp Brunner mit Wirkung zum 1. Januar 2027 zum neuen Group CEO. Er wird damit die Nachfolge von Markus Bernsteiner antreten.
Brunner ist im Unternehmen fest verankert und leitet derzeit die Divisionen Zentraleuropa sowie Deutschland. Zudem gehört er bereits seit dem Jahr 2021 der Konzernleitung an. Mit der frühzeitigen Ernennung schafft der Konzern Klarheit über die personelle Kontinuität an der operativen Spitze.
Erprobung automatisierter Abläufe in Karlsruhe
Neben den personellen Weichenstellungen treibt das Unternehmen auch technologische Entwicklungen voran. Am gestrigen Montag unterzeichneten die Verkehrsbetriebe Karlsruhe, die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft und Stadler Signalling Deutschland eine gemeinsame Absichtserklärung. Die Partner vereinbarten darin die Entwicklung und Erprobung automatisierter Abläufe auf Betriebshöfen.
Als erstes Entwicklungs- und Testfeld dient dabei der Betriebshof West in Karlsruhe. Im Zentrum der Kooperation steht das Ziel, Rangiervorgänge auf dem Betriebsgelände künftig automatisiert durchzuführen und damit die betriebliche Effizienz der Verkehrsunternehmen weiter zu steigern.
Flottenmodernisierung und alternative Antriebe
Die technologische Ausrichtung knüpft an mehrere jüngste Projektfortschritte an. Vor gut drei Wochen stellte das Unternehmen im Rahmen von Fahrzeugpräsentationen auf der Branchenmesse InnoTrans neue Antriebskonzepte vor.
Dazu zählte der weltweit erste Schmalspur-Wasserstoffzug, von dem Stadler insgesamt 21 Einheiten für regionale Verkehrsnetze in Sardinien, Kalabrien und Sizilien fertigt. Nach Unternehmensangaben sollen allein zehn dieser Wasserstoffzüge im Vergleich zu den bisherigen Dieselfahrzeugen jährlich mehr als 2.100 Tonnen Kohlendioxid einsparen.
Parallel dazu präsentierte das Unternehmen die erste fertiggestellte Elektrolokomotive vom Typ EURO DuFour für SBB Cargo Schweiz. Der Schweizer Güterverkehrsbetreiber hatte zunächst 36 Einheiten dieses Modells fest bestellt und sich zugleich Optionen auf die Lieferung von insgesamt bis zu 129 Fahrzeugen gesichert.
Kursentwicklung im Jahresverlauf
An der Börse notiert die Aktie von Stadler Rail heute bei 31,42 Euro, was einem leichten Tagesrückgang von 1,0 Prozent entspricht. Auf längere Sicht spiegelt sich der Auftragseingang der vergangenen Monate jedoch in einer spürbaren Erholung des Titels wider: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von 45 Prozent.
Die frühzeitige Nachfolgeregelung an der Führungsspitze gibt dem Unternehmen nun Planungssicherheit für die Umsetzung seiner langfristigen Lieferverträge.
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