Stadler Rail Aktie: Berlin-Deal mit 15 Milliarden Euro rechtssicher

Stadler Rail erhält grünes Licht für 15-Milliarden-S-Bahn-Auftrag in Berlin und meldet Rekordauftragsbestand von über 32 Milliarden CHF.

Auf einen Blick:
  • Rechtssicherheit für Berliner S-Bahn-Großprojekt
  • Rekordauftragsbestand von über 32 Milliarden CHF
  • Umsatzsprung auf 3,7 Milliarden CHF erzielt
  • Neues Abnahmezentrum in Hennigsdorf eröffnet

Der Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail setzt seinen Wachstumskurs fort und erweitert seinen Auftragsbestand im deutschen Regionalverkehr. Wie das Unternehmen bestätigte, wurde ein neuer Vertrag zur Modernisierung von sieben Triebzügen des Typs FLIRT für die BeNEX-Gruppe unterzeichnet. Die Arbeiten an den Fahrzeugen, die künftig auf der Linie RE34 zwischen Dortmund und dem Siegerland zum Einsatz kommen, sollen bis zum Sommer 2029 abgeschlossen sein.

Rechtssicherheit beim S-Bahn-Großprojekt in Berlin

Parallel zu kleineren Modernisierungsprojekten hat Stadler Rail nun endgültige Planungssicherheit für eines der bedeutendsten Vorhaben der kommenden Jahrzehnte erhalten. Medienberichten zufolge ist der Großauftrag für die Berliner S-Bahn nun rechtlich bindend, nachdem der Wettbewerber Alstom auf weitere Rechtsmittel gegen die Vergabe verzichtet hat. Stadler agiert hierbei in einem Konsortium mit Siemens Mobility und der S-Bahn Berlin, einer Tochter der Deutschen Bahn.

Das Gesamtvolumen dieses Mammutprojekts beläuft sich auf rund 15 Milliarden Euro. Der Vertrag sieht die Lieferung von 350 neuen Zügen vor und umfasst zudem deren Instandhaltung über einen Zeitraum von 30 Jahren. Mit dem Wegfall der juristischen Hürden kann das Konsortium nun mit der Umsetzung beginnen, was den langfristigen Auftragsbestand von Stadler massiv absichert. Bereits Ende Juni reagierte der Kapitalmarkt positiv auf diese Entwicklung, als der Kurs zeitweise den höchsten Stand seit Oktober 2024 markierte.

Expansion und Investitionen in die Infrastruktur

Stadler investiert zudem verstärkt in die eigene operative Leistungsfähigkeit und die globale Präsenz. In Hennigsdorf, Brandenburg, weihte das Unternehmen im Juni ein neues Kundenabnahmezentrum ein. Rund 40 Millionen Euro flossen in den Standort, der künftig die Inbetriebsetzungs-Aktivitäten der Region bündeln soll. Außerhalb Europas treibt der Konzern seine Expansion im asiatischen Raum voran und eröffnete Ende Mai einen neuen Standort in Japan, um dortige Marktpotenziale direkt zu erschließen.

Personell gab es zuletzt Veränderungen im Aufsichtsgremium. Die 35. Generalversammlung im Mai wählte Sabrina Soussan, CEO von Dormakaba, sowie Michael Schöllhorn, CEO von Airbus Defence and Space, neu in den Verwaltungsrat. Gleichzeitig wurde für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 0,50 CHF pro Aktie genehmigt.

Finanzielle Kennzahlen und Ausblick

Das Geschäftsjahr 2025 schloss Stadler Rail mit einem Umsatzplus auf 3,7 Milliarden CHF ab, nach 3,3 Milliarden CHF im Vorjahr. Das EBIT lag bei 160,6 Millionen CHF, was einer Marge von 4,4 Prozent entspricht. Besonders deutlich fiel die Steigerung beim Konzerngewinn aus, der sich auf 100,7 Millionen CHF verdoppelte. Der Auftragsbestand erreichte zum Jahresende einen Rekordwert von über 32 Milliarden CHF. Für das laufende Jahr 2026 gibt sich das Management ambitioniert und prognostiziert einen Umsatzsprung auf deutlich über 5,0 Milliarden CHF bei einer angestrebten EBIT-Marge von über 5 Prozent.

An der Börse zeigt sich der Wert stabil. Die Stadler-Aktie notiert aktuell bei 25,62 € und verzeichnete heute ein Plus von 1,75 %. Seit Jahresbeginn summiert sich der Wertzuwachs auf 15,82 %. Mit dem aktuellen Kurs liegt das Papier 13,22 % über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 22,63 € und weist einen Abstand von 2,96 % zum 50-Tage-Durchschnitt (24,88 €) auf. Vom 52-Wochen-Hoch bei 27,86 € ist der Titel derzeit rund 8,04 % entfernt, notiert jedoch deutlich über dem 52-Wochen-Tief von 19,09 €.

Trotz der starken operativen Auftragslage beobachten Marktteilnehmer eine leichte Eintrübung der Analystenerwartungen. Medienberichten zufolge zeichnete sich zuletzt ein negativer Trend bei den Gewinnprognosen pro Aktie ab, nachdem diese zuvor über mehrere Monate hinweg angehoben worden waren. Konkrete Einblicke in die Geschäftsentwicklung des laufenden ersten Halbjahres wird Stadler Rail am 26. August 2026 mit der Veröffentlichung des entsprechenden Berichts geben.

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