Medienberichten zufolge hat Stadler Rail am Dienstag Entwarnung nach einem Cybervorfall gegeben. Die IT-Systeme des Schienenfahrzeugherstellers wurden demnach nicht kompromittiert, sodass der laufende Betrieb ohne Einschränkungen fortgeführt wird. Parallel zu dieser operativen Klärung herrscht nun auch Rechtssicherheit bei einem der bedeutendsten Projekte in Europa. Nachdem der Wettbewerber Alstom auf weitere Rechtsmittel verzichtet hat, ist der Zuschlag für das Berliner S-Bahn-Großprojekt nun rechtskräftig. Dieser umfasst die Lieferung von 350 Zügen sowie deren Instandhaltung über einen Zeitraum von 30 Jahren.
Die Beseitigung juristischer Hürden bei derartigen Langzeitaufträgen verschafft dem Unternehmen eine verlässliche Planungsgrundlage für die kommenden Jahrzehnte. An der Börse verbuchte das Papier seit Jahresbeginn bereits ein Plus von 17,82 Prozent.
Expansion auf dem nordamerikanischen Markt
Ein wesentlicher Schwerpunkt der aktuellen Wachstumsstrategie liegt in den Vereinigten Staaten. Zum zehnjährigen Bestehen des Standorts in Salt Lake City weihten Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler und der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin am 13. Juli eine umfassende Werkserweiterung ein. Stadler Rail plant, das Werk in Utah deutlich stärker auszubauen als ursprünglich vorgesehen. Ziel ist die Schaffung von bis zu 300 neuen Arbeitsplätzen, um die steigende Nachfrage in Nordamerika direkt vor Ort bedienen zu können.
Konkret untermauert wurde dieser Bedarf am 17. Juli durch einen neuen Vertrag mit der Austin Transit Partnership (ATP). Der Auftrag umfasst die Lieferung von 21 elektrischen Stadtbahnfahrzeugen für Texas. Zudem sicherten sich die US-Verkehrsplaner eine Option auf 19 zusätzliche Züge. Damit festigt das Unternehmen seine Position als Anbieter moderner Mobilitätslösungen im amerikanischen Markt.
Rekordauftragsbestand stützt langfristige Strategie
Die finanzielle Basis für diesen Expansionskurs lieferte bereits das vergangene Geschäftsjahr. Stadler Rail steigerte den Umsatz um 13 Prozent auf 3,7 Milliarden CHF. Besonders der Auftragsbestand markierte mit 32,3 Milliarden CHF einen historischen Höchstwert. Diese positive Entwicklung spiegelt sich auch in der Gewinnverwendung wider: Die Generalversammlung genehmigte im Mai eine deutliche Anhebung der Dividende auf 0,50 CHF je Aktie, nachdem im Vorjahr noch 0,20 CHF ausgeschüttet worden waren. Zudem wurden Sabrina Soussan und Michael Schöllhorn neu in den Verwaltungsrat gewählt.
Mit dem Schlusskurs von 25,52 Euro am Freitag liegt der Kurs der Aktie derzeit etwa 8,40 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das am 6. Juli markiert wurde. Neue Impulse für die Bewertung erwarten Investoren für den 26. August. An diesem Tag wird das Unternehmen seinen vollständigen Bericht zum ersten Halbjahr 2026 vorlegen und detaillierte Einblicke in die aktuelle Margenentwicklung und den Projektfortschritt geben.
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