Nach einem langwierigen Vergabeverfahren herrscht nun Klarheit über die Erneuerung der Berliner S-Bahn-Flotte. Wie Medienberichte bestätigen, hat der Wettbewerber Alstom auf weitere Rechtsmittel verzichtet, wodurch die Entscheidung zugunsten eines Konsortiums unter Beteiligung von Stadler Rail rechtskräftig geworden ist.
Rechtskraft für Großauftrag in Berlin
Das Konsortium, dem neben Stadler Rail auch Siemens Mobility und die S-Bahn Berlin angehören, übernimmt damit ein Projekt von außergewöhnlicher Dimension. Das Gesamtvolumen der Vereinbarung beläuft sich auf rund 15 Milliarden Euro. Kern des Auftrags ist die Lieferung von insgesamt 350 neuen Zügen für die deutsche Hauptstadt. Über die reine Produktion hinaus umfasst der Vertrag die Instandhaltung der Fahrzeuge über einen Zeitraum von 30 Jahren.
Dieser Durchbruch markiert das Ende einer juristischen Hängepartie und verschafft dem Schweizer Unternehmen langfristige Planungssicherheit. Die Bedeutung des Projekts geht über das rein Finanzielle hinaus, da es die Präsenz von Stadler Rail in einem der wichtigsten europäischen Ballungsräume zementiert. Parallel zum Erfolg in Europa konnte das Unternehmen auch auf dem US-Markt punkten. Medienberichten zufolge erteilte die Austin Transit Partnership (ATP) einen Auftrag über die Lieferung von 21 Stadtbahnen für den Einsatz im Bundesstaat Texas.
Expansion in den USA und Rekord-Auftragsbestand
Die jüngsten Auftragserfolge fügen sich in ein Bild wachsender Kapazitäten ein. Laut dem Geschäftsbericht für das Jahr 2025 verzeichnete das Unternehmen bereits einen deutlichen Umsatzanstieg auf 3,7 Milliarden CHF, verglichen mit 3,3 Milliarden CHF im Vorjahr. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 160,6 Millionen CHF, was einer Marge von 4,4 Prozent entspricht. Besonders auffällig war die Entwicklung des Konzerngewinns, der sich auf 100,7 Millionen CHF verdoppelte.
Besonders die langfristige Perspektive stützt das Geschäftsmodell: Der Auftragsbestand erreichte mit 32,3 Milliarden CHF zuletzt einen Rekordwert. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 zeigt sich das Management ehrgeizig und strebt einen Umsatzsprung auf deutlich über 5,0 Milliarden CHF an. Getrieben wird diese Entwicklung unter anderem durch Nachholeffekte. Diese resultieren aus witterungsbedingten Produktionsverzögerungen, die das Jahr 2024 belastet hatten.
Finanzieller Ausblick und personelle Neuausrichtung
Auch an der Unternehmensspitze wurden Weichen für die Zukunft gestellt. Die 35. Generalversammlung im Mai bestätigte die Wahl von Sabrina Soussan und Michael Schöllhorn in den Verwaltungsrat. Soussan, amtierende CEO von Dormakaba, und Schöllhorn, CEO von Airbus Defence and Space, folgen auf die ausgeschiedenen Mitglieder Christoph Franz und Wojciech Kostrzewa.
An der Börse spiegelt sich die Zuversicht der Anleger in der bisherigen Jahresperformance wider. Die Aktie konnte seit Jahresanfang um 16,53 Prozent zulegen. Am Freitag ging das Papier mit einem Schlusskurs von 25,24 Euro aus dem Handel. Damit notiert der Wert derzeit 1,44 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Investoren richten ihren Blick nun auf den 26. August 2026. An diesem Tag plant das Unternehmen die Veröffentlichung des Halbjahresberichts, der weitere Aufschlüsse über die Umsetzung der ambitionierten Jahresziele und den Fortschritt der Großprojekte geben dürfte.
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