Ein Rekordgewinn, ein Kursrutsch von über acht Prozent — bei Stabilus passt das auf den ersten Blick nicht zusammen. Der Grund: Der Gewinnsprung stammt aus einem Verkauf, nicht aus dem operativen Geschäft. Und genau das operative Geschäft läuft schwächer als erhofft.
Das Unternehmen hat am Mittwochabend seine Jahresprognose für 2026 nach unten korrigiert. Beim Umsatz rechnet der Autozulieferer nun mit 1,15 Milliarden Euro — das liegt im unteren Bereich der ursprünglich kommunizierten Spanne von 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro und unter dem Analystenkonsens von 1,2 Milliarden Euro. Auch die bereinigte Ebit-Marge rutscht ans untere Ende der Zielspanne: Statt zehn bis zwölf Prozent visiert Stabilus jetzt nur noch zehn Prozent an. Der bereinigte freie Cashflow soll bei 90 Millionen Euro landen, nach zuvor 80 bis 110 Millionen Euro.
Sondergewinn verzerrt das Bild
Im dritten Quartal sank der Umsatz um gut fünf Prozent auf knapp 300 Millionen Euro, das bereinigte operative Ergebnis gab um knapp drei Prozent auf 32 Millionen Euro nach. Die bereinigte Marge kletterte dabei sogar leicht auf 10,8 Prozent — und lag damit über den Erwartungen der Experten.
Das nach IFRS ausgewiesene Ergebnis explodierte hingegen: Das Konzern-Ebit sprang von 24,8 auf 66,1 Millionen Euro, das Periodenergebnis von 10,1 auf 51,4 Millionen Euro. Ursache ist ein Veräußerungsgewinn von rund 44 Millionen Euro aus dem im dritten Quartal abgeschlossenen Verkauf der Sparten Fabreeka und Tech Products. Der bereinigte freie Cashflow schrumpfte dagegen auf 28,6 Millionen Euro, nach 33,3 Millionen Euro im Vorjahr — belastet durch eine ungünstige Entwicklung des Working Capital.
Am Kapitalmarkt hält Stabilus derweil an seinem Rückkaufprogramm fest. Zwischen dem 13. und 17. Juli erwarb das Unternehmen rund 26.800 eigene Aktien zu Kursen zwischen 15,83 und 16,02 Euro. Seit Start des Programms im Januar wurden damit knapp 580.000 Aktien zurückgekauft.
Am 3. August liefert der Vorstand um CEO Michael Büchsner und CFO Andreas Jaeger die vollständigen Q3-Zahlen samt Kommentierung in einer Webkonferenz. Dann dürfte sich zeigen, ob sich das Working Capital stabilisiert und die operative Marge auch ohne Sondereffekte trägt.
Stabilus-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Stabilus-Analyse vom 23. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Stabilus-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Stabilus-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
