Der letzte Flug ging von Detroit nach Dallas. Danach war Schluss. Spirit Airlines, einst einer der bekanntesten Billigflieger der USA, hat nach 34 Jahren den Betrieb eingestellt. Auf dem Höhepunkt war das Unternehmen rund 5,5 Milliarden Dollar wert. Am Ende blieben zwei Insolvenzanmeldungen innerhalb von zwei Jahren, mehr als 2,5 Milliarden Dollar Verlust seit 2020 und 17.000 Mitarbeiter ohne Job.
Zwei Pleiten in zwei Jahren
Der Absturz kam nicht über Nacht. Spirit hatte seit der Pandemie mit erdrückenden Schulden und steigenden Betriebskosten gekämpft. Ein geplanter Zusammenschluss mit JetBlue scheiterte, weil die Regierung unter Joe Biden die Fusion blockierte. Dann trieb der Iran-Konflikt die Kerosinpreise hoch, was die Kasse endgültig leerte. Am frühen Samstagmorgen strich Spirit alle Flüge, mehr als 4.000 Inlandsverbindungen waren bis zum 15. Mai geplant gewesen. Passagiere und Crew saßen quer durch die USA, die Karibik und Lateinamerika fest.
US-Verkehrsminister Sean Duffy kommentierte den Kollaps am Sonntag im Fernsehen knapp: „Sie haben Geld verloren und deshalb war das schon länger absehbar. Sie mussten liquidieren.“
Spirit Aviation Holdings Aktie Chart
50.000 Passagiere, kein Rückflug
Am letzten Betriebstag beförderte Spirit noch gut 50.000 Passagiere. Dann nichts mehr. Reisende wie Jessica Stanton, die extra für ihre Collegeabschlussfeier nach Boston geflogen war, bekamen freitags eine Mail: Rückflug gestrichen. Auf eine Erstattung wartete sie noch. Spirit erklärte dazu, Rückbuchungen könnten einige Zeit brauchen, bis sie auf den Konten sichtbar werden. Die meisten Kunden mit Kredit- oder Debitkarte seien bis Samstagabend erstattet worden, ein kleiner Teil der Transaktionen laufe noch.
Rund 1.500 Crewmitglieder wurden übers Wochenende zu ihren Heimatbasen zurückgebracht.
Billiger fliegen war ihr Vermächtnis
Was bleibt? Spirit hat die US-Luftfahrt tatsächlich verändert. Das No-Frills-Modell mit separaten Gebühren für Gepäck, Sitzplatzwahl und alles andere war anfangs Spott ausgesetzt. Dann kopierten es Delta, American und United mit ihren eigenen Spartarifen. Für Vielfliegende mit wenig Budget fällt jetzt eine der günstigsten Optionen weg. Für die Branche endet eine Ära, die sie selbst geprägt hat. Frontier, JetBlue und Southwest haben inzwischen Sonderkonditionen für gestrandete Spirit-Passagiere eingeführt. Das Erbe des Billigfliegers lebt also weiter, nur eben ohne Spirit selbst.
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