Liebe Leserinnen und Leser,
Womöglich schon am 12. Juni geht das von Elon Musk gegründete Raumfahrt- und Technologieunternehmen SpaceX an die Börse – und könnte damit den größten Börsengang aller Zeiten hinlegen. Mit einer angestrebten Bewertung von bis zu 2 Billionen US-Dollar und einem geplanten Emissionsvolumen von rund 80 Mrd. US-Dollar würde SpaceX den bisherigen Rekord von Saudi Aramco aus dem Jahr 2019 deutlich in den Schatten stellen.
Wer nicht auf den SpaceX-Börsengang warten will oder eine bereits börsennotierte Alternative sucht, stößt unweigerlich auf Rocket Lab – das einzige Unternehmen, das SpaceX im Bereich kommerzieller Raketenstarts ernsthaft herausfordern kann.
Mehr als Raketen: Das Geschäftsmodell
Rocket Lab ist ein Komplett-Anbieter im Raumfahrtgeschäft – und das bedeutet mehr als den Bau von Raketen. Zum einen vermarktet das Unternehmen Starts auf seiner Electron-Rakete. Kunden buchen einen Platz für ihre Satelliten, Rocket Lab bringt sie mit der Electron-Rakete in die Umlaufbahn.
Zum anderen fertigt und verkauft Rocket Lab Satelliten-Komponenten wie Reaktionsräder, Sonnensensoren und Stromversorgungssysteme an andere Raumfahrtunternehmen und Behörden – oder baut auf Wunsch gleich den kompletten Satelliten dazu.
In erster Linie gehören staatliche Behörden, das Militär und die NASA zu den Kunden. Aufgrund der wachsenden Bedeutung des Weltraums für Kommunikation und Raketenabwehr wachsen die Auftragsvolumina hier besonders stark. Das von der Trump-Administration vorangetriebene Golden Dome-Programm – ein Abwehrschild gegen ballistische Raketen und Hyperschallwaffen – dürfte die Nachfrage nach genau den Systemen weiter befeuern, die Rocket Lab baut und startet.
Rekordquartal: Erstmals über 200 Mio. Dollar Umsatz
Erst 2021 ging Rocket Lab an die Börse – hat aber seitdem einen bemerkenswerten Aufstieg hingelegt und den Investoren über 1.200% Gewinn eingebracht. Die Q1-Zahlen, die Rocket Lab jüngst vorgelegt hat, zeigen, dass das Unternehmen auch weiterhin operativ auf dem richtigen Weg ist.
Im ersten Quartal 2026 knackte Rocket Lab erstmals die 200-Mio.-Dollar-Marke beim Quartalsumsatz – ein Wachstum von 63,5% gegenüber dem Vorjahr. Space Systems, also das Produkt- und Fertigungsgeschäft, trägt inzwischen den Großteil davon. In diesem Segment hängen die Umsätze nicht vom nächsten Starttermin ab, sondern legen kontinuierlich zu – das macht sie planbarer und stabiler.
Auftragsbestand auf Rekordniveau
Besonders beeindruckend ist, was sich beim Auftragsbestand vermelden ließ. Der Backlog lag Ende 2025 bei 1,85 Mrd. Dollar – nach einem Quartal in 2026 steht er nun bei 2,2 Mrd. Dollar und damit 108% höher als vor einem Jahr. Allein im ersten Quartal wurden mehr neue Startverträge unterzeichnet als im gesamten Jahr 2025. Darunter befindet sich ein vertraulicher Großauftrag, über dessen Herkunft das Unternehmen schweigt – was in der Raumfahrtbranche häufig bedeutet: Regierung oder Geheimdienst, ein Auftrag, der die nationale Sicherheit der USA betrifft.
Es wäre nicht das erste Mal, dass Rocket Lab an diese Töpfe rankommt: Bereits bekannte Verträge mit dem US-Verteidigungsministerium über Hyperschall-Testmissionen und ein Milliardenprogramm mit der Space Development Agency für den Bau von 36 Satelliten zeigen, in welchen Kreisen Rocket Lab schon heute verkehrt.
Neutron: Die nächste Wachstumsstufe
Unter den neuen Aufträgen befindet sich auch der bislang größte Einzelvertrag überhaupt. Ein nicht genannter Kunde hat fünf Neutron-Starts und drei Electron-Starts gebucht – noch bevor die Neutron-Rakete überhaupt geflogen ist. Der Erstflug ist für das vierte Quartal geplant.
Anfang des Jahres hatte ein geplatzter Tank beim Drucktest für Verzögerungen gesorgt – ein Rückschlag, der bei der Entwicklung neuer Raketensysteme nicht ungewöhnlich ist und den das Management offen kommuniziert hat. Der Tank wurde inzwischen überarbeitet, die Entwicklung läuft weiter. Gelingt der Erstflug planmäßig, betritt Rocket Lab ein Marktsegment, das bisher praktisch allein SpaceX mit seiner Falcon 9 besetzt – einem Markt, der jährlich mehrere Mrd. US-Dollar schwer ist und in dem Rocket Lab mit der Neutron direkt konkurrieren will.
Hohe Bewertung, intakte Story
Rocket Lab ist keine klassische Value-Investition. Die Aktie ist eine High-Growth-Wette auf zukünftige Gewinne – wer günstige Bewertungskennzahlen sucht, wird hier nicht fündig. Für das laufende Quartal erwartet das Management erneut Rekordwerte beim Umsatz, zwischen 225 und 240 Mio. Dollar. Auf Jahressicht haben Analysten knapp 900 Mio. US-Dollar auf dem Zettel, für 2027 werden bereits 1,2 Mrd. Dollar erwartet – und dann soll Rocket Lab auch operativ profitabel sein.
Dass der bevorstehende SpaceX-Börsengang das Interesse am gesamten Raumfahrtsektor weiter befeuern dürfte, hat der Markt jedoch womöglich bereits vorweggenommen. Allein am Montag legte die Rocket Lab-Aktie nach den SpaceX-Nachrichten rund 3,5% zu. Die mittelfristige Investitionsstory bleibt dennoch intakt und es ist gut begründbar, warum die Aktie in 5 Jahren deutlich höher stehen könnte.
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