SpaceX hat am Samstag einen operativen Meilenstein gesetzt: Innerhalb von nur 38 Minuten starteten zwei Falcon-9-Raketen von den gegenüberliegenden US-Küsten Florida und Kalifornien.
Die eine Mission brachte die USSF-366-Nutzlast für die US Space Force ins All, die andere setzte einen Globalstar-2R-Satelliten für den Kommunikationsanbieter Globalstar aus. Es ist die kürzeste Zeitspanne, die ein einzelner Anbieter je zwischen zwei Orbitalstarts erreicht hat.
Der Erfolg fällt in eine Phase, in der SpaceX ohnehin im Fokus der Anleger steht. Die Aktie schloss am Freitag bei 120,96 Euro, ein Minus von 1,2 Prozent auf Tagessicht.
Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 0,9 Prozent zu Buche, und über 30 Tage hat das Papier um 12 Prozent zugelegt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 194,46 Euro, erreicht im Juni, trennen den Kurs derzeit 38 Prozent.
Erstes Quartal als börsennotiertes Unternehmen übertrifft Erwartungen
Grundlage der jüngsten Kursbewegung ist der erste Quartalsbericht seit dem Börsengang, veröffentlicht am 4. August. SpaceX meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 7,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Nettoverlust verringerte sich von einer Milliarde Dollar im Vorjahreszeitraum auf 541 Millionen Dollar, während das bereinigte EBITDA um 191 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar sprang.
Für den Cloud-Services-Bereich meldete das Unternehmen neue Vertragsabschlüsse im Volumen von 14,1 Milliarden Dollar. Die Investitionsausgaben lagen bei 18,4 Milliarden Dollar, wovon 86 Prozent in die KI-Infrastruktur flossen.
Ergänzend bestätigte SpaceX Regierungsaufträge über mehr als 6 Milliarden Dollar für das Starshield-Programm mit mehrjähriger Laufzeit.
Analysten reagieren uneinheitlich
Die Reaktionen der Wall Street auf die Zahlen fielen gespalten aus. Citi-Analyst John Godyn bekräftigte am 10. August seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 200 Dollar und verwies auf starkes Wachstum und solide Ausführung im zweiten Quartal.
Einen Tag später hob UBS ihr Kaufvotum mit Kursziel 220 Dollar hervor und nannte den bevorstehenden Starship-Flug 14 als entscheidenden Katalysator für das Wachstum in den Bereichen Konnektivität und KI.
Kritischer positionierten sich andere Häuser rund um die Berichtssaison: Piper Sandler senkte ihr Kursziel auf 140 von zuvor 156 Dollar und stufte auf „Neutral“, während RBC die Aktie von „Outperform“ auf „Hold“ zurücknahm.
Starship-Test und Lock-up-Ablauf als nächste Wegmarken
Für Ende August plant SpaceX den nächsten großen Test: Beim Flug 14 der Starship-Rakete, tentativ für den 28. August terminiert, soll erstmals die Oberstufe „Ship“ vom Startturm aufgefangen werden. Zugleich sollen operative Starlink-V3-Satelliten ausgesetzt werden – ein Test, der laut UBS entscheidend für die weitere Wachstumsstory ist.
Parallel dazu ist am 6. August die erste große Lock-up-Frist seit dem Börsengang ausgelaufen. Rund 911,5 Millionen Aktien im Wert von über 100 Milliarden Dollar wurden für frühe Investoren und Mitarbeiter handelbar – ein Faktor, der die erhöhte 30-Tage-Volatilität von 93 Prozent mit erklären dürfte. Der RSI von 54,3 signalisiert derweil ein neutrales Marktumfeld ohne akute Überkauft- oder Überverkauft-Signale.
Geschäftlich expandiert SpaceX weiter in neue Märkte: Der vietnamesische Anbieter VinSpace unterzeichnete am 11. August einen Vertrag für den Start seiner ersten Satelliten im Rahmen einer SpaceX-Transporter-Rideshare-Mission, die für 2027 vorgesehen ist.
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