SpaceX treibt seine Pläne für orbitale Rechenzentren voran und rückt damit erneut ins Rampenlicht der Anleger. Wie Elon Musk mitteilte, will das Unternehmen unter der Marke SpaceXAI bereits im vierten Quartal 2027 das Nvidia-System Vera Rubin NVL72 ins All bringen – ein Jahr früher als ursprünglich geplant. Die Nachricht traf am Wochenbeginn auf eine skeptische Börse: Sowohl SpaceX als auch Nvidia gaben nach.
Der Schlusskurs von SpaceX lag am Montag bei 115,84 Euro, ein Minus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vortag. Über die vergangenen sieben Handelstage summiert sich der Rückgang auf 6,6 Prozent, während die Aktie auf Monatssicht dennoch 16 Prozent zulegen konnte.
Der Kurs notiert derzeit unter dem 50-Tage-Durchschnitt, was auf eine kurzfristig angeschlagene Stimmung hindeutet, auch wenn die Volatilität mit 91 Prozent auf Jahressicht die üblichen Ausschläge bei diesem jungen Börsenwert widerspiegelt.
Nvidia-Deal als Kernnachricht
Die Vera-Rubin-Plattform soll im Rahmen des Starmind-Satellitenprojekts eingesetzt werden. Die Vera-CPU verfügt laut Nvidia über 88 Olympus-Kerne und eine Bandbreite von 1,2 Terabyte pro Sekunde und soll bis zu 1,8-mal schneller arbeiten als herkömmliche x86-Prozessoren.
Musk sprach von einem System mit „geringeren Kosten“ und höherer Dichte. Parallel dazu treibt SpaceX den Bau der Terafab-Chipfabrik in Texas voran, ein Projekt mit einem Investitionsvolumen von 16,8 Milliarden Dollar, das Chips sowohl für die geplanten Weltraum-Rechenzentren als auch für Robotaxis liefern soll.
Trotz der ambitionierten Technologiepläne reagierten die Märkte verhalten. Die Aktie von Nvidia fiel im gleichen Zeitraum um rund 2,9 Prozent, SpaceX selbst gab ebenfalls nach. Anleger scheinen die enormen Kapitalanforderungen des Projekts kritisch zu beäugen: SpaceX plant laut Berichten Investitionen von 53 Milliarden Dollar im Jahr 2026 und 130 Milliarden Dollar im Jahr 2027 allein für den Ausbau der KI-Rechenkapazität.
Pentagon-Aufträge und politische Prominenz
Neben dem Technologie-Vorstoß sorgt SpaceX auch auf anderer Front für Schlagzeilen: Das Unternehmen hat aus dem Golden-Dome-Raketenabwehrprogramm des Pentagon bereits Aufträge im Wert von mehr als 8 Milliarden Dollar gewonnen – nach Einschätzung von Beobachtern könnte dies erst der Anfang sein.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt der Titel durch eine Finanzoffenlegung von US-Präsident Donald Trump. Demnach kaufte er am 23. Juni SpaceX-Aktien im Wert von 15.001 bis 50.000 Dollar, elf Tage nach dem Börsengang des Unternehmens.
Das Weiße Haus betonte, das Präsidenten-Portfolio werde unabhängig von Dritten verwaltet und bilde lediglich gängige Indizes ab. Kritiker verweisen dennoch auf die Nähe zwischen SpaceX und der US-Regierung, da das Unternehmen zugleich als bedeutender Auftragnehmer der Streitkräfte fungiert.
Bewertung bleibt umstritten
An der grundsätzlichen Bewertungsdebatte hat sich wenig geändert. Während Analysten im Konsens eine „Moderate Buy“-Einstufung vergeben, bleiben einzelne Stimmen skeptisch.
Die DZ Bank etwa bewertet die Aktie mit „Sell“ bei einem Kursziel von lediglich 100 Dollar, während Morningstar den fairen Wert nach eigener Discounted-Cashflow-Berechnung deutlich unter der aktuellen Marktkapitalisierung ansiedelt.
Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Wert mit hohem Kurspotenzial, aber ebenso hohem Bewertungsrisiko – getragen von der Erwartung, dass Starship, Starlink und die neuen KI-Ambitionen langfristig aufgehen.
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