Der 13. Testflug von Starship sollte für SpaceX ein Befreiungsschlag werden – stattdessen setzte er den Ausverkauf der Aktie fort. Der Börsenneuling verlor gestern weiter an Wert und markierte damit einen neuen Tiefstand seit dem Börsengang im Juni. Parallel dazu meldete sich ein Analysehaus mit einer Verkaufsempfehlung zu Wort, während zwei nahende Termine im August über die kommenden Wochen entscheiden dürften.
Starship-Rückschlag trübt die Stimmung
Starship startete gestern um 17:51 Uhr Ortszeit von der texanischen Starbase-Anlage aus – nach zuvor mehrfach verschobenen Anläufen. Die Oberstufe setzte planmäßig 20 Demonstrationssatelliten der neuen Starlink-V3-Generation auf einer suborbitalen Flugbahn aus und wasserte anschließend kontrolliert im Indischen Ozean. Der Super-Heavy-Booster dagegen scheiterte: Fünf Triebwerke ließen sich für die simulierte Landung nicht neu zünden, die erste Stufe schlug deutlich zu schnell im Golf auf. Es war bereits der zweite Fehlschlag dieser Art in Folge. Immerhin lieferte der Flug technische Daten zu Hitzeschild-Sensoren und zur neuen Satellitengeneration, die im Vergleich zum Vorgängermodell eine deutlich höhere Sende- und Empfangskapazität bieten soll – für die Kapazität des bestehenden Starlink-Netzwerks änderte der suborbitale Test aber nichts.
Kurs fällt weiter, Analysten uneins
Der Rückschlag traf eine Aktie, die ohnehin unter Druck steht. Zum gestrigen Handelsschluss notierte das Papier bei 101,18 Euro, ein Tagesminus von 2,60 Prozent. Auf Monatssicht steht ein Verlust von 25,71 Prozent zu Buche – ein Ausmaß, das den Wert nur noch knapp über seinem 52-Wochen-Tief hält. An der Nasdaq war die Aktie im US-Handel zeitweise sogar unter die Marke von 111 US-Dollar gerutscht und damit erstmals klar unter den Ausgabepreis von 135 US-Dollar aus dem Börsengang im Juni gefallen.
Die Reaktionen der Analysten fallen gespalten aus. Ein US-Researchhaus stufte das Papier heute von „Halten“ auf „Verkaufen“ herab. HSBC-Analyst Nicolas Cote-Colisson hält dagegen an seiner „Hold“-Einstufung mit einem Kursziel von 115 US-Dollar fest. Deutlich optimistischer positioniert sich Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas: Er sieht in der Schwäche eine Kaufgelegenheit und nennt ein Kursziel von 300 US-Dollar, wovon mehr als die Hälfte auf das KI-Geschäft entfalle. Zugleich warnte er, dass ein Kursrückgang auf 100 US-Dollar rechnerisch bedeuten würde, dass Investoren der KI-Sparte keinerlei Wert mehr beimessen. Der breitere Analystenkonsens bleibt trotz der Turbulenzen mehrheitlich positiv und siedelt das durchschnittliche Kursziel bei rund 230 US-Dollar an.
Lock-up-Ablauf und erste Quartalszahlen als nächste Prüfsteine
Anleger richten den Blick nun auf zwei Termine Anfang August. Am 4. August legt SpaceX als börsennotiertes Unternehmen zum ersten Mal Quartalszahlen vor, im vorangegangenen Quartal hatte der Konzern einen Umsatz von 4,69 Milliarden US-Dollar bei einem operativen Verlust von 1,94 Milliarden US-Dollar ausgewiesen. Nur zwei Tage später, am 6. August, laufen erste Haltefristen für Alt-Aktionäre aus: Rund 911,5 Millionen Aktien werden dann handelbar, weitere Tranchen von jeweils rund sieben Prozent sollen Ende August und Anfang September folgen. Der Leerverkäufer-Anteil liegt Berichten zufolge bei etwa einem Drittel des frei handelbaren Aktienbestands – jene Investoren, die auf fallende Kurse setzen, haben nach dem jüngsten Kursrutsch bereits deutliche Buchgewinne eingefahren.
Verschärft wird die Debatte um die Bewertung durch die im Februar vollzogene Fusion mit xAI sowie die für dieses Jahr geplante Übernahme des KI-Programmierassistenten Cursor für 60 Milliarden US-Dollar in Aktien – eine Transaktion, die nach Einschätzung mehrerer Marktbeobachter die Verwässerung für bestehende Aktionäre weiter erhöhen dürfte. Wie stark die Anteilseigner künftig an SpaceX‘ KI-Ambitionen glauben, dürfte sich spätestens beim Zusammentreffen von Quartalsbericht und Lock-up-Ablauf in der ersten Augustwoche zeigen.
SpaceX-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SpaceX-Analyse vom 25. Juli liefert die Antwort:
Die neusten SpaceX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SpaceX-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
