Sechs Erdumrundungen, zehn Stunden Flugzeit und eine Premiere an Bord: Der 14. Testflug von Starship testet nicht nur die Rakete selbst, sondern erstmals auch die Fähigkeit, Starlink-Satelliten direkt aus der oberen Stufe auszusetzen. Für SpaceX ist das ein handfester Meilenstein auf dem Weg zur kommerziellen Nutzung des Systems.
Die Riesen-Rakete startete am Montagmorgen von Starbase in Texas. Nach ersten Angaben von SpaceX gelang das Einlenken in die Erdumlaufbahn wie geplant. Auch das Aussetzen der sogenannten V3-Satelliten schien zunächst nach Plan zu verlaufen — die Satelliten sollen danach ihre Antennen ausklappen und Solarpaneele entfalten, um Verbindungen zur Erde und untereinander herzustellen. Zuvor war dieser Schritt nur simuliert worden.
Vom Fehlschlag zur Routine
Der Kontrast zu den Anfängen ist erheblich. Beim ersten Testflug im April 2023 explodierte Starship bereits nach wenigen Minuten. Inzwischen hat die obere Stufe mehrfach das All erreicht und ist kontrolliert im Indischen Ozean gelandet — wenn auch nicht bei jedem Versuch. Mehrere Flüge blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Das Interesse an Starship ist strategisch begründet. Die Nasa setzt auf das System für bemannte Mondmissionen, SpaceX selbst verfolgt langfristig das Ziel, den Mars zu erreichen. Beide Raketenteile — der rund 70 Meter lange Booster Super Heavy und die etwa 50 Meter lange obere Stufe — sind für Wiederverwendung ausgelegt, was die Kosten pro Start senken soll.
An der Börse zeigt sich das Vertrauen in den Fortschritt: Die Aktie notierte am Montagnachmittag bei rund 132 Dollar, ein Plus im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die sechs Analysten, die das Papier aktuell bewerten, sehen im Schnitt noch deutlich höheres Potenzial — die Kursziele liegen zwischen 235 und 248 Dollar.
Sollte der laufende Flug erfolgreich zu Ende gehen, wäre erstmals der komplette Ablauf von Orbit-Einschuss bis Satelliten-Aussetzung im Rahmen eines Starship-Tests demonstriert. Das würde die Tür für den regelmäßigen kommerziellen Einsatz der Rakete zum Aufbau des Starlink-Netzwerks weiter öffnen.
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