SpaceX treibt seine Expansionspläne mit einem gewaltigen Bauprojekt voran. Das Unternehmen kündigte den Bau eines Start- und Fertigungskomplexes namens Starbase Louisiana in Vermilion Parish an, dessen Investitionsvolumen sich auf 100 Milliarden Dollar belaufen soll. Die Bauarbeiten sollen 2027 beginnen, der erste Starship-Flug von dort ist für 2029 angepeilt.
Das Projekt markiert einen weiteren Schritt in der geografischen Ausweitung der Startaktivitäten, nachdem SpaceX bereits mit dem Aufbau eines zweiten Starbase-Standorts in Texas begonnen hatte. Mit dem Vorhaben in Louisiana verschiebt sich das strategische Zentrum weiter in Richtung Starship-Massenproduktion – ein Kurs, der sich auch im laufenden Tagesgeschäft zeigt.
Abschied von Florida als Starlink-Startplatz
Kiko Dontchev, bei SpaceX für den Bereich Launch zuständig, erklärte, der Starlink-10-49-Start sei der letzte geplante Falcon-9-Start für Starlink-Satelliten von Florida aus gewesen. Das Unternehmen beginnt demnach, seine Starlink-Missionen künftig auf Starship-Orbitalstarts umzustellen.
Nur einen Tag zuvor hatte SpaceX von Vandenberg Space Force Base aus 27 weitere Starlink-Satelliten mit einer Falcon 9 ins All gebracht und die erste Raketenstufe erfolgreich auf einem Drohnenschiff gelandet.
Diese Umstellung fällt in eine Phase, in der SpaceX parallel an seinem Vorstoß ins KI-Geschäft arbeitet. Nach Angaben von Elon Musk, über die Bloomberg berichtete, will SpaceX im vierten Quartal 2027 erste KI-Satelliten mit Nvidia-Chips starten und die Kapazitäten 2028 deutlich ausbauen.
Verzögerung bei Crew-13 belastet Terminplan
Weniger reibungslos verläuft dagegen die bemannte Raumfahrt. Reuters berichtete, dass NASA und SpaceX die Astronautenmission Crew-13 verschoben haben, nachdem während der routinemäßigen Startvorbereitung ein Leck im Oxidationsmittelsystem der Dragon-Kapsel entdeckt wurde. Ursprünglich war der Start für Mitte September angesetzt. Ein neuer Termin steht bislang nicht fest.
Trump-Investment und milliardenschwere Kapitalaufnahme
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte eine Meldung von Reuters, wonach der US-Präsident Donald Trump im Juni Anteile an SpaceX erworben hat. Seine öffentliche Vermögensoffenlegung weist eine Investition von bis zu 50.000 Dollar aus. Eingebettet ist dies in einen größeren Kapitalmarkttrend: SpaceX gehörte laut Reuters zu den Unternehmen, die 2026 gemeinsam mit Alphabet und SK Hynix an den Aktienmärkten fast 200 Milliarden Dollar einsammelten.
Kursbild bleibt volatil
An der Börse zeigt sich die Aktie nach einem turbulenten Jahr in einer Erholungsphase. Am Freitag schloss das Papier bei 127,36 Euro, ein Minus von 1,1 Prozent auf Tagessicht. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Kursplus von 36 Prozent zu Buche, was den fortgesetzten Newsflow rund um Starbase Louisiana, die Starlink-Neuausrichtung und das KI-Vorhaben widerspiegelt.
Vom bisherigen 52-Wochen-Hoch bleibt die Aktie mit einem Abstand von 35 Prozent aber noch deutlich entfernt – ein Hinweis darauf, dass die jüngsten Ankündigungen die Bewertung bislang nicht auf alte Höchststände gehoben haben.
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