SpaceX Aktie: Q2-Umsatz 7,8 Milliarden, 92% Wachstum

SpaceX verdoppelt Umsatz auf 7,8 Mrd. Dollar, bleibt aber durch hohe KI-Investitionen belastet. Analysten streiten über den fairen Aktienwert.

Auf einen Blick:
  • Umsatzsprung um 92 Prozent
  • KI-Segment wächst um 247 Prozent
  • Investitionen übertreffen Erwartungen deutlich
  • Analysten uneins über Kursziele

SpaceX zeigt sich zwei Wochen nach seinen Quartalszahlen als Unternehmen mit zwei Gesichtern: enormes Wachstum auf der einen, hohe Investitionslast auf der anderen Seite. Die Aktie notiert aktuell bei 119,50 Euro und bewegt sich damit nahe ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 124,49 Euro, von dem sie 4,0 Prozent entfernt liegt.

Auf Wochensicht steht ein Minus von 2,5 Prozent zu Buche, über 30 Tage dagegen ein Plus von 10 Prozent – ein Bild, das die Unsicherheit der Anleger über die richtige Bewertung des Raumfahrt- und Technologiekonzerns widerspiegelt.

Starkes Wachstum bei operativem Verlust

Im zweiten Quartal 2026 erzielte SpaceX einen Umsatz von 7,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich über der Konsensschätzung von rund 6,9 Milliarden Dollar.

Der Nettoverlust verringerte sich auf 541 Millionen Dollar, nach rund einer Milliarde Dollar im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA kletterte um 191 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar.

Treiber war vor allem das Connectivity-Segment mit Starlink: Hier stieg der Umsatz um 66 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar, der operative Gewinn erreichte 1,66 Milliarden Dollar. Die Zahl der Starlink-Abonnenten verdoppelte sich binnen Jahresfrist auf 12 Millionen, wobei der Umsatz pro Nutzer wegen internationaler Expansion und günstigerer Tarife von 85 auf 66 Dollar pro Monat sank.

Das Raumfahrtsegment wuchs um 29 Prozent auf 962 Millionen Dollar bei einem operativen Verlust von 542 Millionen Dollar. Am stärksten legte die KI-Sparte zu: Ihr Umsatz schoss um 247 Prozent auf 2,56 Milliarden Dollar.

Belastend wirkten die Investitionsausgaben: Mit 18,4 Milliarden Dollar lagen sie deutlich über der Analystenschätzung von etwa 13 Milliarden Dollar, wovon allein 15,8 Milliarden Dollar auf die KI-Sparte entfielen. Die Aktie verlor nach Bekanntgabe der Zahlen zeitweise rund 8 Prozent im nachbörslichen Handel.

Musk kündigt Starship-Meilenstein an

Finanzvorstand Bret Johnsen erklärte auf der Analystenkonferenz, das Unternehmen sei auf Kurs, bis Jahresende eine annualisierte wiederkehrende Umsatzrate von 100 Milliarden Dollar zu erreichen. Zusätzlich habe SpaceX über sechs Monate ab Oktober weitere Cloud-Dienstleistungsumsätze von 6,7 Milliarden Dollar unter Vertrag genommen.

Firmenchef Elon Musk kündigte an, dass Starship-Flug 14 erstmals funktionsfähige Nutzlasten in die Umlaufbahn bringen und der Konzern versuchen werde, die Oberstufe mit dem Startturm aufzufangen – ein Termin gegen Ende August ist vorgesehen, vorbehaltlich behördlicher Genehmigung. Langfristig rechnet Musk mit mindestens einem Flug pro Tag binnen Jahresfrist.

Operativ bleibt SpaceX hochaktiv: Am Samstag startete das Unternehmen zwei Falcon-9-Raketen für Globalstar und die US Space Force im Rekordabstand von 38,5 Minuten, womit die Jahresbilanz auf 96 Falcon-9-Starts stieg. Am Dienstag folgte ein weiterer Start von Vandenberg aus, während die Starlink-Konstellation die Marke von 11.000 Satelliten im niedrigen Erdorbit überschritt.

Analysten uneinig über Bewertung

Die Einschätzungen der Analysten gehen weit auseinander. Argus stufte SpaceX von Hold auf Buy hoch und nannte ein Kursziel von 160 Dollar, mit Verweis auf robustes Wachstum bei der Rechenkapazität und schnelle Amortisation der KI-Investitionen.

Bernstein-Analyst Doug Harned hob sein Kursziel auf 248 Dollar an und bekräftigte sein Overweight-Rating, da er in orbitalen Rechenzentren eine bedeutende langfristige Chance sieht. Deutlich skeptischer positionierte sich Phillip Securities: Analyst Glenn Thum beließ es bei einem Sell-Rating mit einem Kursziel von 75 Dollar, was einem Abschlag von 46 Prozent zum damaligen Kurs entspräche.

Parallel dazu vereinbarte SpaceX die Übernahme des KI-Coding-Tools Cursor für 60 Milliarden Dollar, ein Abschluss wird noch in diesem Quartal erwartet. Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Balanceakt zwischen operativem Rekordwachstum und der Frage, ob die milliardenschweren KI-Investitionen sich in absehbarer Zeit auszahlen.

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