SpaceX erlebt eine turbulente erste Börsenwoche — und bekommt gleich zwei Index-Ereignisse auf einmal. Kaum ist die Russell-Aufnahme vollzogen, folgt die nächste Ankündigung: Ab dem 7. Juli gehört die Aktie zum Nasdaq-100.
Nasdaq gab am Freitag bekannt, dass Space Exploration Technologies vor Handelsbeginn am 7. Juli in den Nasdaq-100 aufgenommen wird. Der Index ist die Grundlage für mehr als 200 Anlageprodukte mit einem verwalteten Vermögen von über 800 Milliarden Dollar weltweit. Das bedeutet: Indexfonds müssen SpaceX-Aktien kaufen — ob sie wollen oder nicht.
Russell-Rebalancing brachte Volumen, kaum Kurseffekt
Bereits am Freitag trat die Aufnahme in die Russell-Indizes in Kraft. Analysten hatten Käufe von mehr als vier Milliarden Dollar erwartet, um die nötige Indexgewichtung abzubilden. Das Handelsvolumen war enorm: 125,3 Millionen Aktien wechselten den Besitzer, der Umsatz lag bei rund 19 Milliarden Dollar. Fast die Hälfte davon entfiel auf die letzten Handelsminuten.
Der Kurseffekt? Minimal. Die Aktie schloss bei 153,23 Dollar — ein Plus von gerade einmal 0,15 Prozent.
Eine Woche, zwei Phasen
Die Wochenbilanz sieht auf den ersten Blick verheerend aus. Vom Schlusskurs am 18. Juni bei 185,00 Dollar bis zum Freitagsschluss verlor die Aktie rund 17 Prozent. Allerdings steckt fast der gesamte Verlust in einem einzigen Tag: Am Montag brach der Kurs um 16,43 Prozent ein. Von Dienstag bis Freitag lag das Minus dann nur noch bei knapp einem Prozent.
Das breite Marktumfeld half wenig. Der Nasdaq Composite verlor in der Woche 4,6 Prozent, der S&P 500 rund zwei Prozent.
IPO-Preis noch in Sicht
SpaceX hatte seine Aktien am 11. Juni zu je 135 Dollar ausgegeben — 555 Millionen Stück. Am ersten Handelstag eröffnete die Aktie bei 150 Dollar und schloss bei 160,95 Dollar. Danach kletterte sie bis auf ein Intraday-Hoch von 225,64 Dollar am 16. Juni — ein Plus von 67 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis.
Beim aktuellen Kurs von 153,23 Dollar liegt die Aktie noch 13,5 Prozent über dem IPO-Preis. Allerdings notiert sie deutlich unter dem Allzeithoch und auch unter dem ersten Tagesschlusskurs.
Technische Orientierungspunkte bei kurzer Kurshistorie
Die Chartgeschichte ist ungewöhnlich kurz. Langfristige Durchschnittswerte liefern kaum Orientierung. Als nächste Unterstützung gilt der Bereich um 147 bis 148 Dollar — das sind die Tiefststände vom 23. und 26. Juni. Auf der Oberseite markiert 160,95 Dollar den ersten Widerstand, dahinter folgt 185,00 Dollar als stärkere Referenz.
Der 7. Juli ist das nächste konkrete Datum. Dann müssen Nasdaq-100-Tracker SpaceX ins Portfolio aufnehmen. Ob der passive Kaufdruck diesmal einen spürbaren Kursimpuls liefert — oder erneut im Volumen verpufft — wird zeigen, wie stabil die Nachfragebasis nach dem IPO-Hype wirklich ist.
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