Elon Musk hat eingeräumt, dass der nächste Fang einer Starship-Oberstufe noch Monate entfernt ist. Die Ankündigung vom Donnerstag traf den Markt empfindlich, weil das wichtigste Entwicklungsprogramm des Unternehmens damit langsamer voranschreitet als von vielen Anlegern erhofft. Die Aktie büßte binnen sieben Tagen 7,3 Prozent ein und notiert derzeit bei 117,16 Euro.
Der Kursrückgang steht in scharfem Kontrast zum operativen Alltag von SpaceX. Am Samstag startete das Unternehmen zum 100. Mal im laufenden Jahr eine Orbitalmission, wieder mit einer Ladung Starlink-Satelliten von der Vandenberg-Basis. Die Falcon-9-Erststufe landete erwartungsgemäß auf der Drohnenplattform.
Musk bezifferte die Gesamtzahl der im All befindlichen Starlink-Satelliten inzwischen auf über 11.000 Exemplare. Bereits am Donnerstag hatte SpaceX 29 weitere Starlink-Satelliten von Cape Canaveral ins All gebracht, nachdem ein Start am Vortag kurzfristig verschoben worden war.
Starship bleibt der Unsicherheitsfaktor
Während das Falcon-9-Geschäft mit hoher Kadenz und verlässlichen Landungen läuft, bleibt Starship die offene Baustelle. Genau dieses Programm gilt als zentral für die künftige Bewertung von SpaceX, weil es sowohl für bemannte Missionen als auch für die nächste Starlink-Generation vorgesehen ist.
Die Aussage Musks, ein erfolgreicher Fang der Oberstufe stehe noch Monate bevor, dämpft entsprechend die kurzfristigen Erwartungen und erklärt einen Großteil der jüngsten Kursschwäche.
Große Investoren bleiben engagiert
Trotz der Volatilität zeigen die jüngsten Pflichtmitteilungen ein differenziertes Bild der Eigentümerstruktur. Elon Musk hat laut einer Meldung an die Aufsichtsbehörden zum 30. Juni eine Beteiligung von 48,4 Prozent an SpaceX offengelegt.
Alphabet bezifferte seinen Anteil zum Ende des zweiten Quartals auf einen Wert von rund 94 Milliarden Dollar und unterstreicht damit die Größenordnung seines langjährigen Investments. Tiger Global Management wiederum meldete für das zweite Quartal eine neue Position von 375.000 SpaceX-Aktien.
Auf der Privatanlegerseite zeichnet sich dagegen eine vorsichtigere Stimmung ab. Erstmals seit dem Börsengang im Juni wurden Privatanleger laut Reuters unter Berufung auf Vanda Research zu Nettoverkäufern der Aktie, mit Nettoverkäufen von 4,5 Millionen Dollar am 7. August. Das deutet darauf hin, dass die anfängliche Euphorie rund um den Börsengang nachlässt, während institutionelle Investoren offenbar an ihrem langfristigen Engagement festhalten.
Was die Entwicklung für Anleger bedeutet
Die Kursbewegung der vergangenen Woche zeigt, wie stark der Starship-Fortschritt die Bewertung von SpaceX beeinflusst, selbst wenn das Kerngeschäft mit Starlink-Starts und Falcon-9-Landungen reibungslos läuft.
Die Aktie bewegt sich derzeit unterhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts von 122,97 Euro, was die kurzfristige Verunsicherung der Anleger widerspiegelt. Für die kommenden Wochen dürfte entscheidend sein, ob SpaceX beim Starship-Programm konkrete Fortschritte vermelden kann, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.
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