Elon Musk hat in einer Pflichtmitteilung eine Beteiligung von 48,4 Prozent an SpaceX offengelegt, Stichtag 30. Juni. Reuters berichtete, der Wert dieses Anteils liege beim aktuellen Marktpreis bei mehr als 900 Milliarden Dollar. Damit rückt Musk als Einzelaktionär in eine Größenordnung vor, die unter börsennotierten Unternehmen ihresgleichen sucht.
Die Offenlegung kommt in einer Phase, in der die SpaceX-Aktie ohnehin im Fokus steht. Seit Anfang August ist das Papier um 30 Prozent gestiegen, befeuert durch die Quartalszahlen und den Ablauf der ersten von mehreren Sperrfristen für Insider-Verkäufe vor gut einer Woche.
Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 120,96 Euro, nach einem Tagesminus von 1,2 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 5,1 Prozent zu Buche, zum 52-Wochen-Tief bei 91,04 Euro beträgt der Abstand 33 Prozent.
Starship-Test und Mobilfunk-Ambitionen als nächste Katalysatoren
Neben der Beteiligungsfrage arbeitet SpaceX an mehreren operativen Fronten. Musk kündigte auf dem ersten Earnings Call des Unternehmens seit dem Börsengang im Juni an, den nächsten Starship-Testflug schon Ende August starten zu wollen – vorbehaltlich behördlicher Genehmigung.
Bei diesem Flug soll erstmals ein Fangversuch des Raumschiffs mit dem Startturm unternommen werden, zudem sollen die ersten aufgerüsteten Starlink-Satelliten mitfliegen. Beides macht die anstehende Zulassung zu einem unmittelbaren, terminkritischen Ereignis für Anleger.
Parallel dazu sorgte SpaceX Anfang August für Unruhe bei Investoren im US-Mobilfunksektor. Das Unternehmen skizzierte Pläne für einen vollwertigen Mobilfunkdienst, der langfristig mit Verizon, AT&T und T-Mobile konkurrieren könnte. Der landbasierte Ausbau solle kapitaleffizient erfolgen, konkrete Kosten nannte SpaceX bislang nicht.
Zahlen zeigen wachsende Kapitalintensität
Der erste Quartalsbericht seit dem Börsengang lieferte gemischte Signale. Der Umsatz im zweiten Quartal 2026 lag bei 7,81 Milliarden Dollar und übertraf die erwarteten 6,93 Milliarden Dollar. Der Verlust je Aktie fiel mit 9 Cent deutlich geringer aus als die prognostizierten 26 Cent.
Starlink erreichte zwölf Millionen Abonnenten. Gleichzeitig zogen die Investitionsausgaben spürbar an, was die Aktie im nachbörslichen Handel zunächst um rund 8 Prozent fallen ließ – ein Hinweis darauf, wie genau der Markt die steigende Kapitalintensität rund um KI- und Raumfahrtprojekte verfolgt.
In diesen Kontext fällt auch das gemeinsam mit Tesla angekündigte Projekt Terafab: Beide Unternehmen wollen zunächst 16,8 Milliarden Dollar in einen Halbleiterkomplex in Grimes County, Texas, investieren, um sich Chipkapazitäten für künftige KI-Anwendungen zu sichern.
Laufender Flugbetrieb als operatives Fundament
Abseits der großen Schlagzeilen läuft das Kerngeschäft weiter: Am 11. August brachte SpaceX innerhalb kurzer Zeit 29 Starlink-Satelliten von Cape Canaveral und 24 weitere von Vandenberg ins All, beide Booster landeten planmäßig auf Drohnenschiffen. Zudem unterzeichnete das vietnamesische Unternehmen VinSpace einen Startvertrag mit SpaceX, Details zu Nutzlast oder Zeitpunkt blieben offen.
Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 1.663,82 Milliarden Euro und einer annualisierten Volatilität von 93 Prozent bleibt SpaceX ein Papier mit großem Kurspotenzial in beide Richtungen. Die kommenden Wochen mit dem angepeilten Starship-Test dürften zeigen, ob das operative Tempo mit den hohen Erwartungen Schritt hält.
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