Elon Musk hält laut einer Pflichtmitteilung 48,4 Prozent an SpaceX. Die Offenlegung folgt auf die ersten Quartalszahlen des Unternehmens als börsennotierte Gesellschaft und auf das Auslaufen der ersten Lockup-Fristen für Aktionäre, wie Reuters berichtete.
Erste Zahlen als börsennotiertes Unternehmen überzeugen
SpaceX hatte am 4. August seine ersten Quartalszahlen als öffentliches Unternehmen vorgelegt. Der Umsatz im zweiten Quartal lag bei 7,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Reuters berichtete, das Ergebnis habe die Erwartungen übertroffen: Analysten hatten im Konsens 6,9 Milliarden Dollar Umsatz sowie einen Verlust von 26 Cent je Aktie geschätzt, tatsächlich fiel der Verlust mit 9 Cent je Aktie deutlich geringer aus.
Parallel kündigte SpaceX eine Partnerschaft mit Nvidia im Bereich Rechenzentrums-Chips an. CEO Elon Musk erklärte laut Reuters, SpaceX rechne im kommenden Jahr mit einem „signifikanten Anteil“ an Nvidias Grafikprozessoren.
Freigabe von Aktien belastet den Kurs
Der Zeitpunkt der Musk-Offenlegung fällt mit dem Ende der ersten Haltefrist zusammen. Nach Reuters-Angaben wurden dadurch bis zu 912 Millionen von rund 13,6 Milliarden ausstehenden Aktien handelbar. Der gestaffelte Zeitplan könnte bis Mitte 2027 zusätzlich 12,9 Milliarden Aktien freigeben.
Diese Aussicht auf steigendes Angebot dürfte den Kurs zuletzt belastet haben: Die Aktie gab am heutigen Dienstag um 1,5 Prozent auf 124,62 Euro nach, nachdem sie am Montag noch bei 126,46 Euro geschlossen hatte. Trotz des Rücksetzers steht auf Sicht von 30 Tagen ein Plus von 19 Prozent zu Buche, und das Papier notiert damit 37 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 91,04 Euro vom 3. August.
Investitionsoffensive und operative Dichte
Zusätzlich zur Nvidia-Kooperation investieren SpaceX und Tesla laut Reuters gemeinsam zunächst 16,8 Milliarden Dollar in den Bau von Terafab, einem fortschrittlichen KI-Halbleiterkomplex im texanischen Grimes County. Das Vorhaben unterstreicht die Ambitionen des Unternehmens jenseits des Kerngeschäfts mit Raketenstarts und Satellitenbetrieb.
Operativ hält SpaceX das Tempo hoch. In der vergangenen Woche brachte das Unternehmen binnen kurzer Zeit mehrere Starlink-Missionen ins All, darunter Starts von Cape Canaveral und der Vandenberg Space Force Base, jeweils mit erfolgreicher Landung der Booster auf Drohnenschiffen. Am Wochenende gelang mit einer Nachschubmission für Globalstar zudem ein Rekord: Nur 38,5 Minuten lagen zwischen zwei aufeinanderfolgenden Starts.
Auch beim nächsten Starship-Testflug drängt die Zeit – Musk hatte laut Reuters Ende August als vorläufiges Ziel genannt, vorbehaltlich behördlicher Genehmigung. Der Flug soll erstmals den Fangversuch der Oberstufe am Startturm sowie den Transport verbesserter Starlink-Satelliten umfassen.
Für Anleger verdichtet sich damit ein Bild aus zwei Kräften: robustes operatives und finanzielles Wachstum auf der einen Seite, wachsender Verkaufsdruck durch freiwerdende Aktien auf der anderen. Die Marktkapitalisierung von umgerechnet 1.592,49 Milliarden Euro und eine annualisierte 30-Tage-Volatilität von 92 Prozent zeigen, wie stark der Markt diese Gemengelage derzeit einpreist.
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