SpaceX hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 7,81 Milliarden Dollar erzielt, deutlich mehr als die von Analysten erwarteten 6,93 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als das Unternehmen 4,1 Milliarden Dollar umsetzte, entspricht das einem Plus von 92 Prozent.
Der Nettoverlust schrumpfte von einer Milliarde Dollar auf 541 Millionen Dollar, der Verlust pro Aktie lag bei 9 Cent und damit klar unter der erwarteten Verlustmarke von 26 Cent.
Finanzchef Bret Johnsen erklärte, das Unternehmen liege auf Kurs, bis zum Jahresende eine annualisierte Recurring-Revenue-Rate von 100 Milliarden Dollar zu erreichen.
Auf dem Earnings Call äußerte das Management zudem verbale Erwartungen, wonach der Jahresumsatz um knapp 500 Millionen Dollar höher ausfallen könnte als zuvor angenommen — eine formelle Guidance im klassischen Sinn veröffentlichte SpaceX damit allerdings nicht, sondern lediglich mündliche Einschätzungen im Rahmen der Telefonkonferenz.
Starlink und KI treiben das Wachstum
Getragen wird die Entwicklung vor allem vom Connectivity-Segment: Starlink erzielte im Quartal 4,291 Milliarden Dollar Umsatz bei einer operativen Marge von 38,6 Prozent und einem operativen Gewinn von 1,656 Milliarden Dollar. Die Zahl der Abonnenten kletterte auf 12 Millionen, doppelt so viele wie vor einem Jahr und ein Anstieg von 17 Prozent gegenüber dem ersten Quartal.
Das Raumfahrtsegment blieb dagegen mit 962 Millionen Dollar Umsatz und einem operativen Verlust von 542 Millionen Dollar defizitär. Deutlich dynamischer entwickelte sich das KI-Geschäft: Hier wuchs der Umsatz um 247 Prozent auf 2,561 Milliarden Dollar.
Die Investitionen in diesen Bereich sind enorm — die gesamten Kapitalausgaben stiegen im Quartal auf 18,37 Milliarden Dollar, davon allein 15,83 Milliarden Dollar für KI-Vorhaben.
Dazu zählt auch eine Kooperation mit Nvidia zur Entwicklung von Weltraum-Computing-Hardware: Gemeinsam wollen beide Unternehmen den Satelliten-Rechenpayload Starmind AI1 mit Nvidia-Rubin-Grafikprozessoren und Vera-CPUs realisieren.
Operatives Tempo bleibt hoch
Parallel zur Finanzsaison hält SpaceX sein operatives Tempo im Raketengeschäft hoch. Am 21. August absolvierte das Unternehmen seinen 100. Orbitalstart des Jahres, begleitet von weiteren Starlink-Missionen.
Bereits am 19. August hatte eine Falcon 9 mit 24 Starlink-Satelliten die Gesamtzahl der Konstellation auf über 11.000 Satelliten in der Umlaufbahn gehoben. Am 25. August absolvierte die Falcon-9-Booster-Einheit B1067 ihren 37. Einsatz seit ihrer Indienststellung im Juni 2021 — ein neuer Wiederverwendungsrekord.
Bei Starship kündigte Elon Musk am 20. August an, in den kommenden Monaten den ersten Fangversuch des Super-Heavy-Boosters mit den mechanischen Armen des Startturms zu wagen. Laut Unterlagen bei der US-Regulierungsbehörde FCC vom 19. August sollen sowohl Starship als auch der Booster zur Startanlage zurückkehren; als frühester Termin für den 14. Testflug von Starship wird der 15. September genannt.
Kursverlauf bleibt volatil
Der Aktienkurs schloss gestern bei 119,74 Euro, ein Plus von 1,3 Prozent, und liegt damit knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 120,89 Euro. Über die vergangenen 30 Tage summierte sich der Anstieg auf 17 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro, das am 16. Juni erreicht wurde, ist das Papier weiterhin deutlich entfernt. Die annualisierte Volatilität von 91 Prozent über die vergangenen 30 Tage unterstreicht, wie stark die Aktie trotz der starken Geschäftszahlen schwankt.
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