SpaceX-Papiere haben in den vergangenen 30 Tagen um 29 Prozent zugelegt und notieren aktuell bei 121,36 Euro vorbörslich, leicht im Minus gegenüber dem Freitagsschluss von 122,14 Euro. Wall-Street-Analysten sehen trotz des jüngsten Laufs noch erhebliches Aufwärtspotenzial – getragen von starkem Wachstum im KI-Geschäft und einer dichten Startkadenz bei Starship.
Starkes Quartal mit hohem Investitionstempo
Im zweiten Quartal 2026 steigerte SpaceX den Umsatz um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar, verzeichnete jedoch einen Nettoverlust von 541 Millionen Dollar. Grund dafür sind massive Investitionen: Von den Investitionsausgaben in Höhe von 18,4 Milliarden Dollar flossen 15,8 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur.
Der KI-Umsatz selbst wuchs um 247 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar, während Starlink mit 4,291 Milliarden Dollar Umsatz (+66 Prozent) weiterhin das größte Standbein bleibt. Der Launch-Bereich trug 962 Millionen Dollar bei, ein Plus von 29 Prozent.
Elon Musk erklärte, der KI-Umsatz werde im September sämtliche anderen Geschäftsbereiche von SpaceX übertreffen. Als Ziel nannte er eine Rechenleistung von 10 Gigawatt bis Ende 2027, aktuell liegt der Wert bei 1,4 Gigawatt.
Bis Jahresende 2026 sollen es mehr als 2 Gigawatt sein. Bei einem Erreichen dieser Marke rechnet Musk mit Jahresumsätzen von 300 bis 500 Milliarden Dollar allein aus dem KI-Segment.
Analysten mit breiter Kurszielspanne
Die Wall Street bewertet die Aktie überwiegend positiv: Von den erfassten Analysten votieren 24 für „Buy“, sechs für „Hold“ und drei für „Sell“ – in Summe ein moderates Kaufrating. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 228,59 Dollar, was gegenüber dem aktuellen Niveau ein Potenzial von rund 62 Prozent implizieren würde.
Die Bandbreite der Einzelziele ist groß: Citigroup nennt 200 Dollar, die Deutsche Bank 235 Dollar, während Morgan Stanley mit 600 Dollar deutlich über dem Konsens liegt. Wolfe Research und Morgan Stanley zählen zu den ausgesprochen bullischen Häusern und begründen ihre Einschätzung mit dem KI-Wachstum sowie den Perspektiven für Starship.
Auch prominente Investoren zeigen Interesse: Cathie Woods Ark Invest kaufte SpaceX-Aktien im Wert von rund 27 Millionen Dollar und machte das Papier damit zur zweitgrößten Position im Portfolio mit einem Volumen von etwa 680 Millionen Dollar. Ark rechnet bis 2035 mit Jahresumsätzen von rund 300 Milliarden Dollar allein durch Starlink.
Starship und Infrastruktur als nächste Katalysatoren
Ein zentraler Kurstreiber dürfte der für Anfang September geplante Starship-Testflug 14 sein, dem viele Analysten Signalwirkung zuschreiben. Vorausgegangen war am Samstag ein statischer Feuertest des Super-Heavy-Boosters mit allen 33 Raptor-Triebwerken in Starbase.
Parallel treibt SpaceX den Ausbau der physischen Infrastruktur voran: Mit „Starbase Louisiana“ ist eine Investition von 100 Milliarden Dollar auf einem 125.000 Acres großen Areal geplant, mit zehn Startrampen und rund 3.000 direkten sowie 8.000 indirekten Arbeitsplätzen. Das Projekt hängt laut SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell maßgeblich vom Erfolg des Starship-Programms ab.
Am Sonntag brachte eine Falcon-Heavy-Rakete zudem das Nancy Grace Roman Space Telescope der NASA ins All, ein 4,3-Milliarden-Dollar-Projekt zur Erforschung dunkler Materie. Die operative Breite des Unternehmens – von Weltraummissionen über Satelliteninternet bis zur KI-Infrastruktur – bleibt damit der zentrale Bewertungstreiber, während der Markt die hohen Investitionsausgaben gegen das Wachstumstempo abwägt.
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