Der Börsenstart von SpaceX hat Wellen geschlagen — weit über die Nasdaq hinaus. Die Aktie schloss am ersten Handelstag bei rund 161 Dollar, gut 19 Prozent über dem Ausgabepreis von 135 Dollar. Im nachbörslichen Handel kletterte der Kurs weiter auf knapp 167 Dollar.
Rekord-IPO, rekordverdächtige Bewertung
Mit einem Emissionsvolumen von 75 Milliarden Dollar hat SpaceX jeden bisherigen Börsengang in den Schatten gestellt. Das Arabische Aramco-IPO von 2019, das zuvor als Maßstab galt, liegt mit rund 29 Milliarden Dollar weit dahinter. Die Marktkapitalisierung erreichte zum Handelsschluss knapp 2,1 Billionen Dollar — womit SpaceX auf Anhieb in die Liga der wertvollsten Unternehmen der Welt vorstieß.
Elon Musk brachte dabei lediglich rund fünf Prozent des Unternehmens an die Börse. Der verbleibende Streubesitz ist damit eng, die Nachfrage war enorm. Beides treibt die Bewertung.
Euphorie und ihre Grenzen
Skeptische Stimmen kommen trotzdem auf. Amanda Lyons vom Hedgefonds Energy Group Capital beziffert den fairen Wert bei einer Summe-der-Teile-Bewertung auf rund 600 Milliarden Dollar — also etwa ein Drittel der aktuellen Marktkapitalisierung. Ihr Argument: Die Investoren nehmen viele Jahre künftigen Wachstums vorweg. SpaceX schrieb 2025 einen Nettoverlust von knapp 4,9 Milliarden Dollar.
Sequoia-Partner Shaun Maguire sieht das grundlegend anders. Er wertet den IPO als Signal für den Übergang von einer software- zu einer hardwaredominierten Welt — ein Argument, das sich auf SpaceX‘ Raketenprogramm, den Satellitendienst Starlink als wichtigsten Umsatztreiber sowie die eingebrachte KI-Firma xAI mit der Plattform X stützt.
Was das für den Markt bedeutet
Der IPO-Erfolg wirkt als Stimmungsbarometer für den gesamten Tech-Sektor. Asiatische Märkte zogen zum Wochenstart spürbar an. Parallel sorgt ein US-iranisches Rahmenabkommen zur Beilegung des seit Ende Februar andauernden Konflikts für fallende Ölpreise — was zusätzlichen Rückenwind liefert.
Für die kommende Woche dürften zwei Faktoren die SpaceX-Aktie prägen: der anhaltend geringe Streubesitz, der den Kurs volatil hält, und die Fed-Sitzung, die zinssensitive Wachstumswerte — zu denen SpaceX zweifellos zählt — direkt beeinflusst. Das nächste Bewertungsupdate kommt mit den Quartalszahlen, die zeigen werden, ob Starlink den Umsatz trägt, den der Börsenkurs längst eingepreist hat.
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