Passive Fonds kommen an SpaceX nicht mehr vorbei. Mit der vierteljährlichen Neugewichtung des Nasdaq 100, die am Montag wirksam wird, steigt der Anteil des Raumfahrtkonzerns im Index von 1,28 auf 2,82 Prozent. Für Indexfonds bedeutet das: Sie müssen zwangsweise nachkaufen, um ihre Nachbildung des Benchmarks korrekt zu halten.
Die Anpassung beseitigt eine Auffälligkeit, die seit dem Börsendebüt im Juli bestand. SpaceX ist mit einer Marktkapitalisierung von über zwei Billionen Dollar die siebtgrößte Position im Nasdaq 100 — landete aber bei der Indexgewichtung bislang nicht einmal unter den ersten zwanzig Werten. Der Grund: Nach dem Listing waren große Teile der Aktien noch gesperrt, was die Gewichtung trotz milliardenschwerer Bewertung künstlich niedrig hielt.
ETFs müssen nachziehen
Betroffen sind Fonds mit einem Gesamtvolumen von mehreren hundert Milliarden Dollar. Der Invesco QQQ Trust allein verwaltet 482 Milliarden Dollar und zählt zu den größten Nasdaq-100-Trackern überhaupt. Weltweit bilden mehr als 200 Investmentprodukte mit zusammen über 800 Milliarden Dollar den Index nach — sie alle müssen ihre SpaceX-Positionen an die neue Gewichtung anpassen.
Ein früher Wette zahlt sich aus
Wie lukrativ das Engagement in SpaceX schon vor dem Börsengang war, zeigt der Fall der University of North Carolina. Die Stiftung war vor mehr als 15 Jahren über einen Fonds mit einem Einsatz von nur wenigen Millionen Dollar eingestiegen. Vor dem IPO verkaufte sie bereits Aktien im Wert von rund einer Milliarde Dollar, hielt im August aber immer noch ein Paket von über einer Milliarde Dollar.
Das Ergebnis: Die UNC-Stiftung erzielte im Geschäftsjahr bis Ende Juni eine Rendite von 37,8 Prozent — etwa doppelt so hoch wie der Medianwert von 18,9 Prozent vergleichbarer Stiftungsfonds mit mehr als 500 Millionen Dollar verwaltetem Vermögen. Die SpaceX-Position gilt als wesentlicher Treiber dieses Ergebnisses.
Die SpaceX-Aktie schloss zuletzt bei 152,71 Dollar, rund 13 Prozent über dem IPO-Preis von 135 Dollar. Mit der Index-Neugewichtung am Montag dürfte sich die Handelsaktivität in der Aktie zunächst spürbar erhöhen, da Fonds ihre Portfolios technisch anpassen müssen.
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