SpaceX Aktie: Harvard hält 2,2 Milliarden Dollar

Die Harvard Management Company hat SpaceX zur größten Einzelposition ihres US-Aktienportfolios gemacht. Der Anteil von 12,9 Millionen Aktien ist mehr als die Hälfte des gesamten US-Bestands.

Auf einen Blick:
  • Harvard investiert 2,2 Milliarden Dollar in SpaceX
  • Mehr als die Hälfte des US-Portfolios in einem Titel
  • Nvidia als sechstgrößter SpaceX-Aktionär gelistet
  • SpaceX-Aktie seit Sperrfrist-Ende um 21,5 Prozent gestiegen

Die Harvard Management Company hat SpaceX zur größten Einzelposition ihres US-Aktienportfolios gemacht. In einer Pflichtmitteilung an die Börsenaufsicht wies die Verwaltungsgesellschaft des Universitätsfonds einen Bestand von 12,9 Millionen SpaceX-Aktien im Wert von 2,2 Milliarden Dollar aus. Damit steckt mehr als die Hälfte des 4,3 Milliarden Dollar schweren US-Aktienportfolios in einem einzigen Titel – einem Unternehmen, das erst im Juni an die Börse ging.

Harvard ist damit nicht allein. Auch die University of California hält Berichten zufolge eine Beteiligung von rund einer Milliarde Dollar, ebenso sind die University of North Carolina und die Washington University in St. Louis investiert. Die Positionen stammen größtenteils aus frühen Venture-Capital-Investments, die Einstiegskurse dürften damit deutlich unter dem Ausgabepreis von 135 Dollar liegen, zu dem SpaceX im Juni erstmals gehandelt wurde.

Ein Rennen der Großinvestoren

Neben den Universitätsstiftungen ist auch Nvidia unter den größeren Anteilseignern aufgetaucht. Der Chiphersteller wies in einer eigenen Meldung 122,8 Millionen SpaceX-Aktien der Klasse A aus und gilt damit als sechstgrößter Investor des Unternehmens.

Die Beteiligung geht auf ein Investment von zehn Milliarden Dollar in xAI im Januar zurück, das nach der Übernahme von xAI durch SpaceX im Februar in SpaceX-Aktien umgewandelt wurde. Zum Ende des zweiten Quartals war der Anteil noch gut 21 Milliarden Dollar wert, nach dem zwischenzeitlichen Kursrückgang nur noch rund 17 Milliarden Dollar.

Auch Cathie Woods Ark Invest ist prominent engagiert. Der Vermögensverwalter kaufte nach dem Börsengang rund 3,29 Millionen Aktien im Wert von etwa 443 Millionen Dollar und verkaufte im Gegenzug Positionen in anderen Wachstumswerten. Das eigene Bewertungsmodell von Ark sieht den Unternehmenswert bis 2030 im Basisszenario bei 2,5 Billionen Dollar, im optimistischen Fall bei 3,1 Billionen Dollar.

Diese Zuversicht teilen nicht alle Beobachter. Morningstar beziffert den fairen Wert von SpaceX auf lediglich 780 Milliarden Dollar – knapp die Hälfte dessen, was private Marktbewertungen zuletzt nahelegten.

Begründet wird das mit einem als „schmal“ eingestuften Burggraben und Unsicherheiten im noch jungen KI-Geschäft. Auch der Investor Aswath Damodaran kommt Berichten zufolge auf einen deutlich niedrigeren fairen Wert als der aktuelle Börsenwert.

Kurs bleibt volatil, Anleger bleiben investiert

Der eingeschlagene Kurs seit dem Ende der Sperrfrist für Insider-Verkäufe vor rund zwei Wochen zeigt, dass die Nachfrage groß bleibt: Die Aktie legte seither um 21,5 Prozent zu. Zum Wochenschluss am Freitag stand SpaceX bei 120,96 Euro, ein Minus von 1,2 Prozent auf Tagessicht.

Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 5,1 Prozent zu Buche, was die anhaltende Kauflaune trotz der Schwankungen unterstreicht. Vom 52-Wochen-Hoch bei 194,46 Euro, erreicht im Juni, ist der Titel weiterhin 38 Prozent entfernt.

Die extreme Schwankungsbreite – die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 93 Prozent – erklärt, warum selbst Großinvestoren wie die südkoreanische Mirae Asset Securities ihre Ergebnisse an den SpaceX-Kurs gekoppelt sehen: Ein Bewertungsgewinn von umgerechnet gut 1,6 Billionen Won trieb im zweiten Quartal 64 Prozent des Vorsteuergewinns des Brokers, mittlerweile rechnen elf von vierzehn befragten Analysten mit einem Bewertungsverlust im folgenden Quartal.

Für Harvard und die anderen Stiftungsfonds ändert das wenig an der strategischen Ausrichtung. Ihre Positionen stammen aus einer Phase, in der SpaceX noch nicht öffentlich gehandelt wurde – kurzfristige Kursausschläge dürften für die langfristig orientierten Endowments von untergeordneter Bedeutung sein.

Die Konzentration eines derart großen Anteils des Portfolios auf einen einzigen, hochvolatilen Titel bleibt dennoch ein ungewöhnlicher Schritt für eine traditionell breit gestreute Universitätsstiftung.

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