SpaceX Aktie: Führungswechsel bei Rechenzentren nach Kühlausfällen

Symbolbild, KI-generiert

SpaceX besetzt die Führung seiner KI-Rechenzentren neu, während Fristen für Google-Kapazitäten und Probleme bei Strom und Kühlung bestehen.

Auf einen Blick:
  • Neue operative Leitung für Rechenzentren
  • Kühlungs- und Stromprobleme in Tennessee
  • Google-Frist endet am 30. September
  • KI-Umsatz steigt um 247 Prozent

SpaceX hat die Leitung seines Ausbaus von Rechenzentren für künstliche Intelligenz neu besetzt. Wie Venture Atlas und The Information berichten, verließen Jake Palmer, Zach Wells und Pablo Mendoza ihre Positionen, nachdem an Standorten in Tennessee und Mississippi monatelang Probleme mit Kühlung und Stromversorgung aufgetreten waren.

Wesley Salandro und Logan McConnell übernehmen künftig die operative Führung der Rechenzentren, Michael Nicolls wurde zur Aufsicht über xAI installiert.

Der Umbau kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. SpaceX steht laut übereinstimmenden Berichten von The Information und CNBC unter Zeitdruck: Bis zum 30. September 2026 muss das Unternehmen im Rahmen einer Rechenleistungs-Vereinbarung mit Google im Volumen von rund 920 Millionen Dollar monatlich zugesagte GPU-Kapazitäten liefern.

Verfehlt SpaceX diese Vorgabe, kann Google den Vertrag nach einer einmonatigen Nachfrist kündigen oder eine reduzierte Menge zu anteiligen Gebühren akzeptieren. Die Entscheidung, künftig Redundanz bei Strom und Kühlung über reine Baugeschwindigkeit zu stellen, dürfte den ohnehin engen Zeitplan zusätzlich belasten.

Wachstum bei KI-Umsätzen trifft auf operative Wachstumsschmerzen

Der Führungswechsel offenbart die Kehrseite eines rasanten Ausbaus. Im zweiten Quartal 2026 meldete SpaceX einen KI-Umsatz von 2,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 247 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, bei einer installierten Rechenkapazität von 1,4 Gigawatt zum 30. Juni. Der Gesamtumsatz des Quartals lag mit 7,81 Milliarden Dollar deutlich über den von Analysten erwarteten 6,93 Milliarden Dollar, wie CNBC berichtete.

Das Tempo, mit dem SpaceX Rechenzentren hochzieht, hat offenbar seinen Preis. Monatelang liefen Standorte ohne Backup-Kühlung und -Stromversorgung, ein Risiko, das bei einem derart kapitalintensiven Geschäft mit prominenten Vertragspartnern wie Google kaum tragbar erscheint. Der Personalwechsel signalisiert, dass SpaceX nun stärker auf Betriebssicherheit setzt, auch wenn das kurzfristig Tempo kostet.

Weitere Baustellen: Foundry-Projekt und Insider-Aktien

Parallel zum Rechenzentrums-Umbau treibt SpaceX weitere industrielle Vorhaben voran. Anfang September bestätigte das Unternehmen den Bau einer Gießerei für Turbinenschaufeln, die laut Elon Musk Gasturbinen bis zu 18 Monate früher einsatzbereit machen soll. Musk bezeichnete das Vorhaben laut Wall Street Journal als „profound game-changer“.

Am Kapitalmarkt bleibt zudem die jüngste Freigabe von 319 Millionen Insider-Aktien im Wert von rund 48 Milliarden Dollar ein Thema, die im Rahmen gestaffelter Lock-up-Fristen seit dem Börsengang gehandelt werden dürfen.

Zusätzlich schloss SpaceX Mitte August die Übernahme von Cursor (Anysphere) ab und gab dafür rund 389 Millionen neue Class-A-Aktien im Wert von etwa 60 Milliarden Dollar aus – ein weiterer Beleg für die aggressive, aktienfinanzierte Expansionsstrategie des Unternehmens.

An der Börse zeigt sich die Aktie von den operativen Spannungen bislang wenig beeindruckt. Mit 128,02 Euro notiert das Papier heute nahezu unverändert und liegt rund 9,5 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 116,86 Euro.

Zum 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro klafft dagegen weiterhin eine Lücke von 34 Prozent – ein Hinweis darauf, dass Anleger die operativen Risiken des KI-Ausbaus durchaus einpreisen, auch wenn das Wachstumstempo bei den KI-Umsätzen für sich genommen beeindruckt.

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