SpaceX Aktie: Elon Musk räumt Starship-Verlust ein

SpaceX verzeichnet trotz verlorener Starship-Stufe und Falcon-9-Mondeinschlag einen wöchentlichen Kursanstieg von 22,5 Prozent. Analysten sehen weiteres Potenzial.

Auf einen Blick:
  • Starship-Oberstufe nach Wasserung verschollen
  • Falcon-9-Trümmer schlagen Mondkrater
  • Wochenplus von 22,5 Prozent an der Börse
  • Analysten erhöhen Kursziele und Stufen

Elon Musk hat heute eingeräumt, dass die Oberstufe des 13. integrierten Starship-Testflugs nach der Wasserung vor rund zwei Wochen wahrscheinlich im Meer verloren gegangen ist. Die Einordnung fällt in eine Phase, in der SpaceX gleich mehrere technische Baustellen gleichzeitig bearbeitet – während die Aktie an der Börse einen ihrer stärksten Wochenverläufe seit dem Börsengang hinlegt.

Der Flug war am 24. Juli von der Starbase in Texas gestartet und nutzte erstmals den V3-Booster. Nun bereitet SpaceX bereits den nächsten Testflug vor: Flug 14 soll Ende August operative V3-Starlink-Satelliten transportieren und erstmals versuchen, das Raumschiff mit den mechanischen Fangarmen des Startturms – intern „Mechazilla“ genannt – wieder einzufangen. Für den 12. August beobachtet das Unternehmen zudem Startfenster für Starlink-Missionen, die zeitlich mit einer totalen Sonnenfinsternis über Spanien und Island zusammenfallen.

Falcon-9-Überrest schlägt auf dem Mond ein

Parallel dazu sorgte am Mittwoch ein anderer Vorfall für Aufsehen: Eine ausgemusterte, vier Tonnen schwere Oberstufe einer Falcon-9-Rakete schlug mit rund 5.400 Meilen pro Stunde auf der Mondoberfläche ein. Den daraus entstandenen Krater bestätigte und fotografierte der südkoreanische Mondorbiter Danuri. Solche unbeabsichtigten Einschläge ausgemusterter Raketenteile sind kein Novum in der Raumfahrt, zeigen aber, wie viel Hardware SpaceX inzwischen im All hinterlässt – ein Nebenaspekt, der bei der schieren Startfrequenz des Unternehmens kaum vermeidbar erscheint. Erst am 30. Juli hatte SpaceX zudem die NROL-95-Mission für das National Reconnaissance Office vom Vandenberg Space Force Base gestartet, am Mittwoch folgten drei weitere BlueBird-Block-2-Satelliten für AST SpaceMobile.

Kräftige Erholung trotz technischer Rückschläge

An der Börse haben die operativen Nachrichten den Kurs bislang kaum gebremst. Zum Freitagsschluss notierte die Aktie bei 115,14 Euro, ein Plus von 15,66 Prozent an einem einzigen Handelstag. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 22,53 Prozent. Damit hat sich das Papier von seinem 52-Wochen-Tief deutlich entfernt, liegt aber noch rund 40,79 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro – die jüngste Rally hat den Rückstand verkürzt, aber nicht geschlossen.

Getragen wird die Erholung von mehreren Entwicklungen der vergangenen Tage. Am Donnerstag verkündeten SpaceX und Tesla eine gemeinsame Investition von 16,8 Milliarden US-Dollar in „Terafab“, eine integrierte Halbleiterfabrik für künstliche Intelligenz in Grimes County, Texas, die ein Terawatt an Rechenleistung absichern soll. Die Zahlen aus dem zweiten Quartal, die am vergangenen Dienstag vorgelegt wurden, hatten mit einem Umsatz von 7,81 Milliarden US-Dollar bereits die Erwartungen der Analysten von 6,8 Milliarden US-Dollar übertroffen; der Nettoverlust verringerte sich auf 541 Millionen US-Dollar. Finanzchef Bret Johnsen bezifferte die gesamten Investitionsausgaben des Quartals auf 18,4 Milliarden US-Dollar, größtenteils für KI-Infrastruktur, mit einer erwarteten Amortisationszeit von weniger als einem Jahr.

Analysten sehen weiteres Potenzial

Auch von der Analystenseite kam gestern Rückenwind. Argus Research stufte SpaceX von „Hold“ auf „Buy“ hoch und nannte ein Kursziel von 160 US-Dollar. Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas bezeichnete den Ablauf der Sperrfrist für Insider-Aktienverkäufe als „Einstiegsgelegenheit“ und SpaceX als einen „generationsprägenden Compounder“. Weitere Häuser zogen ihre Kursziele nach den Quartalszahlen ebenfalls nach oben.

Für Anleger bleibt das Bild zweigeteilt: Auf der operativen Seite liefert SpaceX mit verlorenen Raketenstufen und unkontrollierten Mondeinschlägen Erinnerungen an das Risiko der Raumfahrt. Auf der finanziellen Seite untermauern Umsatzwachstum, sinkende Verluste und milliardenschwere KI-Investitionen die optimistische Einschätzung mehrerer Analysehäuser. Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 89,75 Prozent bleibt die Aktie ein Papier für Anleger mit Nerven für kräftige Ausschläge in beide Richtungen.

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