Zwei erfolgreiche Falcon-9-Missionen innerhalb von 24 Stunden haben der SpaceX-Aktie am Dienstag Auftrieb gegeben. Das Papier schloss bei 108,32 Euro, ein Plus von 3,20 Prozent. Erst am Montag zuvor hatte die Aktie mit 104,88 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert.
Zwei Missionen, ein Tag
Am Dienstag startete SpaceX von Cape Canaveral aus die Mission MRV-MEP. Eine Falcon 9 brachte das Mission Robotic Vehicle von Northrop Grumman und drei Mission Extension Pods Richtung geostationärer Umlaufbahn. Die eingesetzte Booster-Stufe B1069 absolvierte dabei ihren 32. und letzten Flug.
Das MRV soll künftig alternde Satelliten im Orbit reparieren und ihre Lebensdauer verlängern. Für SpaceX markiert das den Einstieg in den kommerziellen Bereich der Satellitenwartung.
Zeitgleich startete eine weitere Falcon 9 von der Vandenberg Space Force Base aus. An Bord: 24 Starlink-Satelliten der Gruppe 17-39. Der Start erfolgte nur rund 24 Stunden nach einem seltenen Triebwerksabbruch am Montag. SpaceX zeigte damit, wie schnell sich technische Probleme im Betrieb lösen lassen. Starlink bleibt mit über 10 Millionen Abonnenten weltweit die wichtigste Einnahmequelle des Konzerns.
Starship-Testflug 13 am Donnerstag
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den nächsten großen Meilenstein: den 13. integrierten Testflug von Starship in der Konfiguration „Block 3“ beziehungsweise „V3“. Ein erster Versuch am 16. Juli scheiterte an Problemen bei der Zündung der Raptor-Triebwerke. SpaceX hat den Start nun offiziell auf Donnerstag, den 23. Juli, verschoben.
Das 90-minütige Startfenster öffnet um 17:45 Uhr texanischer Zeit am Standort Starbase. Ziel der Mission ist eine kontrollierte, weiche Wasserung der Starship-Oberstufe im Ozean. Der Test gilt als entscheidend für die Artemis-III-Mission der NASA, die laut einer Bestätigung vom 20. Juli weiterhin für eine Demonstrationsmission im Jahr 2027 vorgesehen ist.
Hohe Schwankungsbreite, Musk warnt Leerverkäufer
Trotz des jüngsten Kurssprungs bleibt die Aktie auf Monatssicht deutlich im Minus. Vom 52-Wochen-Hoch aus Mitte Juni, kurz nach dem Börsengang, liegt das Papier noch immer 44,30 Prozent entfernt. Diese Schwankungsbreite hat auch Leerverkäufer auf den Plan gerufen — Elon Musk warnte öffentlich, dass große Short-Positionen in seinem Unternehmen ein erhebliches langfristiges Risiko bergen.
Der RSI von 36,1 deutet auf eine Aktie hin, die einige Marktbeobachter bereits als überverkauft einstufen. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei knapp 91 Prozent — ein Wert, der die Nervosität rund um die anstehenden Schwerlasttests widerspiegelt.
Ob der Testflug am Donnerstag gelingt, dürfte kurzfristig über die Kursrichtung entscheiden. Ein erfolgreicher Start könnte der Aktie den nötigen Schub geben, um sich wieder dem ursprünglichen Ausgabepreis von rund 135 US-Dollar anzunähern, umgerechnet etwa 124 Euro.
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