SpaceX Aktie: Deutsche Bank bleibt bei 250 Dollar

Symbolbild, KI-generiert

Der Falcon-9-Start gelang, während SpaceX den Rechenzentrumsausbau mit einer Finanzierungszusage über rund 40 Milliarden Dollar vorantreibt.

Auf einen Blick:
  • Aktie legte am Freitag 9,4 Prozent zu
  • Falcon 9 brachte USSF-432 ins All
  • Regierungszahlungen sollen unter zehn Prozent liegen
  • Leasingzusage über rund 40 Milliarden Dollar

Politische Risiken werden an der Börse manchmal schneller neu bewertet als Geschäftsmodelle. SpaceX legte am Freitag um 9,4% zu. Medienberichten zufolge griffen Anleger nach zwei Verlusttagen wieder zu, weil sie Sorgen über mögliche politische Überprüfungen und den Rechenzentrumsbau in Texas offenbar für überzogen hielten.

Für mich liegt darin die entscheidende Anlegerfrage: Wie schwer wiegt der politische Einfluss, während SpaceX sein Geschäft mit erheblichem Finanzierungsaufwand erweitert?

Gestern lieferte das Unternehmen einen operativen Gegenpunkt zu dieser Debatte. Eine Falcon 9 brachte die geheime Mission USSF-432 für die U.S. Space Force von Vandenberg aus ins All. SpaceX landete die erste Raketenstufe; Einzelheiten zur Nutzlast blieben unter Verschluss. Der Start verbindet die politische Diskussion mit einem konkreten Auftrag: Staatliche Stellen sind für SpaceX zugleich Kunden.

Staatlicher Kunde, politischer Risikofaktor

Diese Doppelrolle verdient mehr Aufmerksamkeit als die Frage, ob ein einzelner Handelstag zu optimistisch oder zu pessimistisch ausfällt. Der erfolgreiche Start spricht für die operative Ausführung. Für Anleger gewinnt dieser Punkt an Gewicht, sofern SpaceX seine Vorhaben auch unter veränderten politischen Rahmenbedingungen verlässlich umsetzt.

Wie groß die unmittelbare Umsatzabhängigkeit vom Staat ist, hat Elon Musk am Freitag eingeordnet. Bloomberg zufolge sagte er, Zahlungen amerikanischer Regierungsbehörden sollten im betreffenden Quartal weniger als 10% des Unternehmensumsatzes ausmachen. Im Vorquartal seien es 16,6% gewesen.

Das spricht für ein geringeres direktes Umsatzgewicht staatlicher Zahlungen, sofern sich Musks Angabe für das Quartal bestätigt. Politische Entscheidungen betreffen allerdings auch Genehmigungen und Bauvorhaben. Genau deshalb reicht der Blick auf die Kundenstruktur allein für eine Bewertung der diskutierten Risiken zu kurz.

Am Freitag bekräftigte die Deutsche Bank ihre Kaufempfehlung und das Kursziel von $250. Das Haus hielt die Sorgen über politische Überprüfungen und die Regulierung von Rechenzentren in Texas für übertrieben. Damit benannten die Analysten einen konkreten Grund für ihre Zuversicht: Die politische Risikobewertung war aus ihrer Sicht zu weit gegangen.

Ich halte diesen Ansatz für nachvollziehbar, solange die befürchteten Eingriffe die Umsetzung der Projekte nicht wesentlich beeinträchtigen. Die entscheidende Prüfung findet deshalb bei Genehmigungen, Baufortschritt und operativer Umsetzung statt. Dort muss sich zeigen, ob die Erleichterung der Anleger trägt.

Rechenzentren machen Umsetzung zum Maßstab

Wie groß das finanzielle Gewicht des Ausbaus ist, verdeutlicht eine Unternehmensmitteilung vom 26. Oktober. SpaceX kündigte eine verbindliche Zusage für einen Master-Finanzierungsleasingvertrag über rund 40 Milliarden $ an. Vertragspartner ist eine von Apollo Global Management verwaltete Gesellschaft. Vorgesehen sind Grafikprozessoren und zugehörige Ausrüstung für den terrestrischen Rechenkapazitätsausbau.

Damit bekommt die Debatte um Texas eine wirtschaftliche Dimension. Wer den politischen Abschlag für überzogen hält, muss zugleich die Umsetzung dieses Ausbaus im Blick behalten. Für SpaceX spricht die gesicherte Finanzierungszusage, sofern die damit vorgesehene Ausrüstung den geplanten Aufbau tatsächlich voranbringt.

Auch beim Raumfahrtgeschäft bewegt sich der regulatorische Rahmen. Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA stellte am Donnerstag vorgeschlagene Änderungen vor, die Genehmigungen für kommerzielle Starts und Wiedereintritte vereinfachen sollen. Das könnte SpaceX zugutekommen, sofern die Vorschläge umgesetzt werden und die Verfahren tatsächlich erleichtern.

Meine Schlussfolgerung: Die Kurserholung ist als Neubewertung politischer Risiken plausibel, wenn SpaceX seine finanzierten Ausbaupläne und sein Startgeschäft verlässlich umsetzt. Der gestrige Start liefert dafür einen operativen Anknüpfungspunkt. Der Rechenzentrumsbau stellt die nächste, finanziell gewichtige Bewährungsprobe dar. An dieser Umsetzung sollte sich die Zuversicht messen lassen.

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