Eine Woche voller Turbulenzen liegt hinter der SpaceX-Aktie. Am Freitag schloss das Papier bei 145,39 Dollar, ein Minus von 4,45 Prozent allein an diesem Tag. Seit Montag hat die Aktie fast 9,4 Prozent verloren.
Zwei Ereignisse trafen an einem einzigen Tag zusammen: ein wichtiger Testerfolg bei Starship und ein technologischer Durchbruch in China. Die Kombination lässt Anleger nervös werden.
Starship-Test gelingt, doch die Konkurrenz zieht nach
Am Freitag zündete SpaceX alle 33 Raptor-Triebwerke des Super-Heavy-Boosters für Starship Flight 13. Der Test lief auf der Starbase-Anlage in Texas, mit Booster 20 und Ship 40. Es war der zweite Flug der neuen Block-3-Architektur.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat einen vorläufigen Starttermin genannt: den 14. Juli 2026. Die Mission soll frühere Testflüge wiederholen, mit geplanter Wasserung im Atlantik. SpaceX-Führungskräfte betonen: Flight 13 bleibt ein Testflug. Die volle Orbital-Injektion soll erst mit Flight 14 gelingen, während das Unternehmen auf monatliche Startraten hinarbeitet.
Der Kursrückgang am Freitag fiel zeitlich mit einer Nachricht aus China zusammen. Die China Aerospace Science and Technology Corporation holte am 10. Juli erstmals die erste Stufe einer Long-March-10B-Rakete zurück. Der Booster landete auf einer schwimmenden Plattform, aufgefangen durch ein Netzsystem.
SpaceX bleibt Branchenführer. Mehr als 600 erfolgreiche Booster-Landungen stehen zu Buche, ein einzelner Falcon-9-Booster brachte es zuletzt auf 36 Wiederverwendungen. Analysten sehen in Chinas Erfolg trotzdem eine neue Phase im internationalen Wettbewerb. Die Nachricht kühlt die Stimmung rund um die sogenannte „Musk-Prämie“ ab, die das Papier seit dem Börsengang begleitet hat.
Analysten uneins, Optionsmarkt zeigt Nervosität
Einen Monat nach dem historischen Börsengang zu 135 Dollar je Aktie ist die Wall Street tief gespalten. Kurz nach dem IPO erreichte die Aktie ein Rekordhoch von 225,64 Dollar. Seither hat sie mehr als 35 Prozent von diesem Höchststand verloren.
Die Lager könnten kaum weiter auseinanderliegen:
- Bullisch: Brian Gesuale von Raymond James startete die Coverage mit dem höchsten Kursziel am Markt. Er vergleicht die Infrastruktur von SpaceX mit der Erfindung der Elektrizität.
- Bearisch: Keith Snyder von CFRA Research hält an seinem Verkaufsrating fest, Kursziel 115 Dollar. Er verweist auf die Bewertung von rund dem 101-fachen Umsatz. Spekulative Hoffnung übersteige derzeit das tatsächliche Wachstum.
Die Optionsmärkte liefern ein weiteres Warnsignal. Am Freitag fiel ein ungewöhnlich hohes Volumen bei langlaufenden Put-Optionen auf, Basispreis 80 Dollar, Fälligkeit Ende 2028. Analysten vermuten dahinter institutionelle Investoren, die sich gegen Kursrisiken absichern.
Der Grund für die Vorsicht: Im August 2026 laufen wichtige Lock-up-Fristen aus. Rund 20 Prozent aller Insider-Aktien werden dann zum Verkauf frei. Bis dahin dürfte die Aktie zwischen technischem Fortschritt und wachsendem Konkurrenzdruck aus China schwanken.
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