SpaceX geriet am Freitag im Sog eines breiten Technologie-Ausverkaufs unter Druck. Die Tagesveränderung betrug -4,3%. Medienberichten zufolge verstärkte zudem das Ende von Verkaufssperren den Abgabedruck: Am 22. Oktober waren rund 1,3 Milliarden Aktien von entsprechenden Beschränkungen freigegeben worden. Die Schwäche fiel damit in ein belastetes Marktumfeld und traf zugleich auf ein größeres potenzielles Aktienangebot.
Freigegebene Aktien belasten den Handel
Das Auslaufen der Sperrfristen ist von einem tatsächlichen Verkauf zu unterscheiden. Die Freigabe ermöglicht Transaktionen, bedeutet aber nicht, dass sämtliche betroffenen Aktien unmittelbar auf den Markt gelangen. Für die Einordnung der Kursbewegung stehen damit zwei Belastungsfaktoren nebeneinander: das schwache Technologieumfeld und der berichtete zusätzliche Verkaufsdruck nach dem Ende der Beschränkungen.
Parallel kündigte SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell am Freitag eine weitere Aktienverteilung an. Im Dezember sollen mehr als 2 Millionen SpaceX-Aktien über sogenannte „Trump Accounts“ an berechtigte Kinder ausgegeben werden.
Diese angekündigte Verteilung ist ein anderer Vorgang als das Auslaufen bestehender Verkaufssperren. Sie erklärt deshalb nicht den für Freitag berichteten zusätzlichen Abgabedruck durch die zuvor freigegebenen Bestände.
Milliardenfinanzierung für KI-Hardware
Abseits des Handelsgeschehens steht eine umfangreiche Finanzierung von KI-Hardware im Mittelpunkt. Laut Reuters teilte SpaceX am 26. Oktober mit, dass eine Tochtergesellschaft von Apollo Global Management KI-Chips und Serverhardware kaufen und an SpaceX verleasen soll. Die gesamten Tilgungszahlungen belaufen sich auf etwa 40 Milliarden $. Der Beginn der Leasingverhältnisse wird im ersten Halbjahr 2027 erwartet.
Die Konstruktion verbindet die Beschaffung der Hardware mit einer langfristigen Zahlungsverpflichtung. Für Anleger ist daher nicht allein die Verfügbarkeit der Technik relevant, sondern ebenso der finanzielle Umfang des vereinbarten Modells.
Bereits am 25. Oktober hatte Elon Musk laut Reuters erklärt, SpaceX habe eine Fremdfinanzierung über 40 Milliarden $ für GPU-Käufe abgeschlossen. Finanzchef Bret Johnsen bezifferte die erwarteten Investitionsausgaben auf 35 Milliarden $ bis 40 Milliarden $.
Starship erreicht weiteren Testschritt
Auch beim Starship-Programm gab es einen operativen Fortschritt. Medienberichten zufolge absolvierte Ship 42 am Donnerstag einen Triebwerkstest über die volle vorgesehene Dauer sowie einen separaten Test zur Simulation eines Deorbit-Manövers.
Die Tests dienen der Vorbereitung von Flight 15. Elon Musk hat dafür November als Ziel genannt. Damit stehen dem Verkaufsdruck an der Börse konkrete Fortschritte bei der Flugvorbereitung gegenüber. Der angestrebte Flug bleibt allerdings ein Zieltermin und ist kein bereits vollzogener Meilenstein.
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