Zwei Ereignisse fallen bei SpaceX fast zusammen: ein möglicher Kaufauftrag von Indexfonds in Milliardenhöhe und ein Starship-Testflug, der schon in wenigen Tagen starten könnte. Für die Aktie ergibt sich daraus kurzfristig gleich doppelter Rückenwind.
Pivotal Research hat die Beobachtung von SpaceX mit einer Kaufempfehlung aufgenommen. Analyst Jeffrey Wlodarczak sieht deutliches Kurspotenzial nach oben. Die Aktie schloss zuletzt bei 153,47 US-Dollar, ein Plus von 3,73 Prozent zum Vortag.
Indexeffekt trifft auf operative Meilensteine
Parallel dazu sorgt ein technischer Faktor für Bewegung: Nach der Freigabe von mehr als einer Milliarde Aktien ist der Streubesitz seit dem Börsengang von unter zehn auf fast 30 Prozent gestiegen. Das dürfte beim Nasdaq-100-Rebalancing am 21. September das Indexgewicht von 1,25 auf 1,51 Prozent erhöhen — nach Einschätzung von JPMorgan könnten Indexfonds dadurch zu Nettokäufen von 12,4 Milliarden Dollar gezwungen sein.
Operativ rückt zeitgleich der 14. Starship-Testflug näher. In einem Antrag bei der US-Regulierungsbehörde FCC hat SpaceX den 15. September als geplantes Startdatum genannt. Ship 41 hat bereits einen vollständigen 60-sekündigen Static-Fire-Test mit allen sechs Raptor-Triebwerken absolviert, ein Schritt, der laut Raumfahrt-Beobachtern zu den letzten großen Bodentests vor dem Start zählt.
Sollte der Termin halten, wäre es der erste Starship-Flug, der operative Starlink-V3-Satelliten in den Orbit bringt. Die neue Satelliten-Generation soll nach Angaben von Firmenchef Elon Musk rund zehnmal leistungsfähiger sein als die aktuelle Version — bei geplant zehnmal höherer Stückzahl pro Start. Das Starlink-Geschäft trug im zweiten Quartal 4,3 Milliarden Dollar zum Umsatz bei, ein Plus von 66 Prozent zum Vorjahr.
Konkurrenz formiert sich in Europa
Während SpaceX technische Fortschritte meldet, entsteht in Europa neue Konkurrenz. Das deutsch-französische Start-up The Exploration Company hat sich rund 680 Millionen Dollar Finanzierung gesichert, um bis 2033 eine Trägerrakete mit bis zu 60 Tonnen Nutzlast zu entwickeln. Zum Vergleich: Die aktuell stärkste europäische Rakete Ariane 6 schafft gut 20 Tonnen. Die meisten Aufträge in Europa gehen mangels eigener Kapazitäten weiterhin an SpaceX.
Der Indexeffekt gilt nach Einschätzung von Marktbeobachtern als rein technisch, nicht fundamental. Bis Ende Oktober werden nochmals mehr als eine Milliarde Aktien handelbar, nach den November-Zahlen weitere 1,3 Milliarden Stück.
Ob der steigende Freefloat die passive Nachfrage weiter befeuert oder Verkaufsdruck erzeugt, hängt davon ab, ob Insider ihre Anteile auf den Markt bringen — der eigentliche Belastungstest für den Kurs dürfte damit erst im November folgen.
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