Mehr als ein Drittel des Quartalsumsatzes stammt von einem einzigen Kunden. Dass dieser Kunde Anthropic heißt, rückt bei SpaceX ein Klumpenrisiko in den Vordergrund, das der Markt bislang ausgeblendet hatte.
Ein Kunde, 34,5 Prozent
Anthropic steuerte im dritten Quartal rund 34,5 Prozent zu den Erlösen bei. Damit überholt der KI-Konzern die US-Regierung, die bislang größter Einzelkunde war. Grundlage ist ein Vertrag über Rechenkapazität in den Rechenzentren in Memphis, der bis 2029 laufen und ein Volumen von bis zu 120,5 Milliarden Dollar erreichen soll. Ab Dezember entspräche das etwa 3,1 Milliarden Dollar pro Monat.
Brisant ist eine Klausel: Ab Anfang 2027 kann Anthropic die Verträge mit 90 Tagen Frist kündigen. Der Vertrag selbst ist seit Längerem bekannt und wurde zunächst gefeiert. Neu ist die konkrete Umsatzquote. Hinzu kommt, dass Anthropic selbst einen Börsengang vorbereitet, was die Beziehung der beiden Unternehmen um eine weitere Unbekannte ergänzt.
Operativ gibt es durchaus Positives. Das KI-Geschäft von SpaceX schrieb im jüngsten Quartal erstmals Gewinne. Konzernchef Elon Musk peilt bis Ende 2026 einen annualisierten Umsatz von 100 Milliarden Dollar an.
Gegenwind von mehreren Seiten
Die Aktie gab nachbörslich um knapp drei Prozent auf rund 139,70 Dollar nach. Zuvor hatte sie den regulären Handel mit einem Minus von knapp einem Prozent bei 143,87 Dollar beendet. Damit nähert sie sich der Marke von 140 Dollar, die seit dem Sommer als technische Unterstützung gilt. Schon vor einer Woche hatte der Kurs nach den Quartalszahlen zunächst angezogen, das Momentum aber nicht gehalten.
Mehrere Faktoren belasten. Am 22. Oktober liefen Sperrfristen für bis zu 1,3 Milliarden Aktien aus, was das Angebot erhöht. Die Investitionsplanung von 35 bis 40 Milliarden Dollar im vierten Quartal nährt Zweifel am freien Cashflow.
Dazu kommt ein juristisches Risiko in Louisiana. Eine Klage wirft den Behörden acht Verstöße gegen das Open-Meetings-Gesetz vor. Betroffen ist das Steuerkonzept hinter dem geplanten Projekt Starbase Louisiana mit 100 Milliarden Dollar Investitionsvolumen. Eine jährliche Ersatzzahlung von 25 Millionen Dollar steht damit auf dem Prüfstand.
Zinsen drücken auf Wachstumswerte
Auch das Marktumfeld half nicht. Die Nasdaq verlor zeitweise 1,7 Prozent. Ein stärker als erwartet ausgefallenes BIP-Wachstum im dritten Quartal von 3,4 Prozent nährt Spekulationen auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember. Hoch bewertete Wachstumstitel wie SpaceX reagieren auf solche Signale besonders empfindlich.
Hält die Marke von 140 Dollar nicht, rückt ein Test tieferer Kursniveaus näher. Der nächste Prüfstein für das Anthropic-Geschäft ist Anfang 2027, wenn die Kündigungsoption greift.
Stand heute, 30. Oktober: SpaceX – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in SpaceX investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 30. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
