SpaceX Aktie: 8,1 Milliarden Pentagon-Aufträge

Musk kündigt radikale KI-Neuausrichtung an, Pentagon-Aufträge über 8,1 Mrd. Dollar stützen das Geschäft. Die Aktie legt deutlich zu.

Auf einen Blick:
  • KI soll 99% des SpaceX-Werts ausmachen
  • Pentagon-Aufträge über 8,1 Mrd. Dollar
  • Aktie steigt um 4,2 Prozent
  • Starlink erreicht 13 Millionen Privatkunden

SpaceX-Chef Elon Musk hat in einer internen Ansprache eine radikale Neuausrichtung seines Raumfahrtkonzerns angekündigt. Künstliche Intelligenz werde binnen fünf Jahren „99 Prozent des Wertes“ des Unternehmens ausmachen, sagte Musk laut übereinstimmenden Medienberichten. Damit rückt das Kerngeschäft aus Raketenstarts und Starlink in den Hintergrund – SpaceX will bis Ende 2027 eine KI-Rechenkapazität von 10 Gigawatt ans Netz bringen.

Die Aktie reagierte am Mittwoch mit einem Kurssprung von 4,2 Prozent auf 120,40 Euro und setzte damit die Erholung der vergangenen Woche fort: Binnen sieben Tagen kletterte der Titel um 28,8 Prozent. Zum bisherigen Rekordhoch von 194,46 Euro aus dem Juni bleibt allerdings weiterhin ein Abstand von gut 38 Prozent – ein Hinweis darauf, wie stark die Aktie zuvor unter Druck geraten war.

Milliardenaufträge vom Pentagon stützen die Fantasie

Neben der KI-Strategie meldete SpaceX am Mittwoch auch handfeste neue Geschäfte: Das Pentagon vergab Raketenabwehr-Aufträge im Gesamtwert von 8,1 Milliarden Dollar an das Unternehmen.

Darunter fallen 2,29 Milliarden Dollar für das sogenannte Space Data Network sowie 4,16 Milliarden Dollar für eine weltraumgestützte Radar-Konstellation zur Erkennung beweglicher Ziele in der Luft. Diese Aufträge liefern dem klassischen Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft von SpaceX ein deutliches Gegengewicht zur neuen KI-Erzählung.

Die Verschiebung des strategischen Fokus kommt nicht aus dem Nichts. Erst Anfang August hatte SpaceX die Übernahme der KI-Coding-Plattform Cursor für 60 Milliarden Dollar in einer reinen Aktientransaktion angekündigt, um Firmenkunden KI-Lösungen anbieten zu können.

Kurz zuvor war bekannt geworden, dass Tesla und SpaceX gemeinsam ein Halbleiterwerk namens „Terafab“ im texanischen Grimes County bauen wollen – ein Projekt mit einem Volumen von 16,8 Milliarden Dollar, das Logik- und Speicherchips für KI-Infrastruktur produzieren soll.

Starlink wächst weiter, Bewertung bleibt volatil

Operativ zeigt sich das Unternehmen robust: Laut einem durchgesickerten internen Meeting-Video hat Starlink inzwischen mehr als 13 Millionen Privatkunden und 22 Millionen monatliche Nutzer von Starlink Mobile erreicht – ein deutlicher Zuwachs gegenüber den 12 Millionen Abonnenten zum Ende des zweiten Quartals.

Anfang August hatte SpaceX zudem seinen 50. Start des Jahres von der Vandenberg Space Force Base absolviert und die Starlink-Konstellation auf 10.923 aktive Satelliten ausgebaut.

Die Kapitalmarktbewertung bleibt trotz der jüngsten Erholung ein Wechselbad der Gefühle. Anfang August war die Aktie an einem Handelstag um 14 Prozent eingebrochen, nachdem SpaceX für das zweite Quartal Investitionsausgaben von 18,4 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur ausgewiesen hatte.

Die Quartalszahlen selbst fielen dabei durchaus solide aus: Der Umsatz stieg um 92 Prozent auf 7,814 Milliarden Dollar, das bereinigte EBITDA legte um 191 Prozent auf 3,538 Milliarden Dollar zu, während sich der Nettoverlust auf 541 Millionen Dollar verringerte.

Auch regulatorisch bewegt sich einiges: Die US-Luftfahrtbehörde FAA genehmigte SpaceX Anfang August bis zu 25 Starship-Starts und 25 Landungen pro Jahr am Standort Boca Chica in Texas. Zuvor hatte die Behörde bereits vorgeschlagen, Genehmigungsverfahren für Kommerzstarts durch Ausnahmen von 13 Bundesgesetzen zu beschleunigen.

Parallel arbeitet SpaceX laut Berichten der britischen Zeitung The Guardian an der Übernahme von rund 130.000 Hektar Land im louisianischen Vermilion Parish, um dort trotz Widerstands von Umweltschützern eine neue Starship-Startanlage zu errichten.

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