555.555.555 Aktien zu je 135 Dollar — SpaceX hat seinen Nasdaq-Börsengang mit einem Volumen von 75 Milliarden Dollar abgeschlossen. Heute beginnt der Handel. Für Anleger startet damit eine echte Preisfindungsphase.
Rekordbewertung von 1,77 Billionen Dollar
Das Emissionsvolumen übertrifft jeden bisherigen Börsengang. Saudi Aramco hatte bei seinem Listing im Dezember 2019 rund 25,6 Milliarden Dollar eingesammelt — bei einer Bewertung von 1,71 Billionen Dollar. SpaceX stellt beides in den Schatten.
Die Bewertung von 1,77 Billionen Dollar basiert auf rund 13,08 Milliarden ausstehenden Aktien. Damit rangiert SpaceX beim Handelsstart unter den sieben größten US-börsennotierten Unternehmen. Beim Umsatz liegt das Unternehmen allerdings weit hinter den anderen Mega-Caps.
Hinzu kommt eine Mehrzuteilungsoption. Die Underwriter — darunter Goldman Sachs, Morgan Stanley und J.P. Morgan — dürfen innerhalb von 30 Tagen bis zu 83,3 Millionen zusätzliche Aktien zum IPO-Preis kaufen. Bei vollständiger Ausübung kämen weitere 11,25 Milliarden Dollar an Aktienangebot in den Markt.
Ungewöhnliche Mechanik beim Pricing
SpaceX kommunizierte den Ausgabepreis am 11. Juni kurz nach 15 Uhr EDT — während die US-Märkte noch geöffnet waren. Das ist unüblich. Normalerweise warten Emittenten den Börsenschluss um 16 Uhr ab, um kursbewegende Nachrichten zu vermeiden.
Auffällig ist auch die Retail-Allokation: 30 Prozent der Aktien reservierte SpaceX für Privatanleger. Das ist für einen IPO dieser Größenordnung außergewöhnlich hoch. Obendrein legte das Unternehmen den Ausgabepreis fest, bevor der klassische Roadshow-Prozess abgeschlossen war.
Governance: Musk behält die Kontrolle
Wer Class-A-Aktien kauft, erhält eine Stimme pro Aktie. Class-B-Aktien tragen zehn Stimmen — und deren Inhaber wählen allein 51 Prozent der Aufsichtsratssitze. Elon Musk als CEO und Chairman abzuberufen erfordert die Zustimmung einer Mehrheit der Class-B-Stimmrechte.
Diese Struktur sichert Musk die operative Kontrolle unabhängig vom Streubesitz. Für institutionelle Investoren ist das ein bekanntes Muster aus dem Tech-Sektor — aber bei einem Unternehmen dieser Größe wiegt es besonders.
Erster Handelstag als Stresstest
Der IPO-Preis von 135 Dollar ist jetzt der Referenzpunkt. Wie der Markt das Basisangebot aufnimmt und ob die Underwriter ihre Option ziehen, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Ein Kurs deutlich über dem Ausgabepreis würde die Nachfrage bestätigen — und die Option attraktiv machen. Ein schwacher Start hingegen würde die 1,77-Billionen-Dollar-Bewertung sofort unter Druck setzen.
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