Die milliardenschwere Übernahme des KI-Coding-Startups Cursor durch SpaceX könnte binnen weniger Tage unter Dach und Fach sein. Das berichtete The Information am Freitag unter Berufung auf ein internes All-Hands-Meeting bei Cursor, PYMNTS griff die Meldung auf. Demnach fehlen für den bereits im Juni vereinbarten 60-Milliarden-Dollar-Deal nur noch letzte regulatorische Freigaben – ein Abschluss bis Ende August gilt als realistisch.
Marke Cursor soll verschwinden
Sollte die Transaktion durchgehen, will SpaceX die Marke Cursor offenbar auslaufen lassen. Neue Produkte, darunter ein noch unveröffentlichter Allzweck-Agent mit dem internen Namen „Sand“, sollen stattdessen unter der Marke Grok firmieren. Die Belegschaft von Cursor soll nach Abschluss in die Slack- und Systemumgebung von SpaceX wechseln.
Der Deal war Mitte Juni als All-Stock-Transaktion vereinbart worden, Cursor wurde damals mit 29 Milliarden Dollar bewertet, parallel liefen Gespräche über eine Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von 50 Milliarden Dollar. Die Vereinbarung sieht eine Rückabwicklungsgebühr von 10 Milliarden Dollar für SpaceX sowie eine Vertragsstrafe von 4 Milliarden Dollar bei regulatorischem Scheitern vor.
Argus Research sieht mehr Potenzial
Am Freitag stufte Argus Research die Aktie von Hold auf Buy hoch und nannte ein Kursziel von 160 Dollar. Analyst Steve Silver begründete den Schritt mit einer aus seiner Sicht schnellen Amortisation der KI-Infrastrukturinvestitionen, obwohl das Investitionsvolumen zuletzt über den Erwartungen lag. Für 2026 rechnet Argus mit einem Umsatzwachstum von mehr als 100 Prozent, 2027 soll sich der Umsatz nach dieser Einschätzung erneut verdoppeln.
Die Einstufung fällt in eine Phase, in der SpaceX ohnehin im Fokus der Anleger steht: Nach dem Auslaufen der Verkaufssperrfrist für Insider-Aktien am vergangenen Donnerstag legte der Kurs um 20,4 Prozent zu, seit der ersten Quartalsbilanz nach dem Börsengang vor gut einer Woche steht ein Plus von 10,1 Prozent zu Buche.
Raumfahrtgeschäft liefert im Hintergrund
Während die KI-Sparte die Schlagzeilen dominiert, läuft das ursprüngliche Kerngeschäft unauffällig weiter. Für Starship Flight 14 nannte Firmenchef Elon Musk beim Quartalsbericht Ende Juli einen vorläufigen Zeitrahmen für Ende August, vorbehaltlich behördlicher Genehmigung.
Erstmals soll dabei ein Fangversuch der Oberstufe am Startturm gelingen, zudem sollen erstmals einsatzfähige Nutzlasten in die Umlaufbahn gebracht werden. Parallel treibt SpaceX den Bau seiner „Gigabay“-Fertigungshallen in Florida und Texas voran, beide sollen bis Jahresende fertiggestellt sein.
Im Tagesgeschäft blieb der Flugbetrieb unterdessen dicht getaktet: Am Dienstag steht mit der Starlink-Mission 10-19 der 72. Starlink-Start des Jahres und der 93. Falcon-9-Flug 2026 an, nachdem der Start am Montag verschoben worden war.
Kurs bleibt volatil
Der Aktienkurs spiegelt die Gemengelage aus Übernahmefantasie, Analystenzuspruch und hohem Investitionstempo wider. Am Montag schloss das Papier bei 119,82 Euro, ein Plus von 4,06 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 10,13 Prozent zu Buche, gegenüber dem 52-Wochen-Tief von Anfang August liegt der Kurs damit rund 31,6 Prozent höher.
Die annualisierte Volatilität von knapp 90 Prozent zeigt jedoch, dass die Bewegungen in beide Richtungen ausschlagen können – ein Faktor, den Anleger angesichts der anstehenden Entscheidungen zu Cursor und Starship im Blick behalten dürften.
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